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Afrika heute - ISME 5C 2011/Gruppe 2: Kontinuität und Wandel in der Gesellschaft

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Informationen zur politischen Bildung“, Nr. 303/2009, 32-51

Gruppenmitglieder: Ly-Ming, Lina, Corinne, Max

Unterthema 1

Ausprägungen und Einfluss des Islam

Seit 615 n.Chr. ist der Islam von Mekka aus in Afrika verbreitet worden. Religionsstifter ist Mohammed. Seit da verlief ein Islamisierungsprozesss, welcher noch nicht abgeschlossen ist. Heute bekennen sich ca. 400 Mio. Afrikaner zum Islam. Ungeachtet ihrer relativen Bevölkerungsstärke prägen sie in ganz Afrika Kultur, Gesellschaft und Politik. Dies wesentlich aus dem Umstand begründet, dass der Islam an sich eine ganzheitliche Religion sein will, welcher sich von seinem Selbstverständnis her nicht vom Staat trennen lässt.

Gerade seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ist ein Aufleben des Religiösen zu konstatieren. Daraus folgten die Forderungen nach Einführung des islamischen Rechts, der Scharia, welche in Charakter und Tragweite sehr unterschiedlich waren.

In Nordafrika mit Ausnahme Libyens ist der direkte Geltungsbereich der Scharia offiziell auf Personenstandsangelegenheiten beschränkt. De facto entstehen aber laufend Konflikte über den Einflussbereich auf nationale Gesetzgebung und Gesellschaft. Südlich der Sahara gibt’s für Muslime das Recht, personenstandsrechtliche Angelegenheiten nach islamischem Recht behandeln zu lassen. Für Frauen bedeutet das vielfach die einzige Möglichkeit, sich scheiden zu lassen..

Nach Revolutionen oder Verfassungsdebatten ergeben sich zunehmend Streitigkeiten, ob die Scharia nur auf das Personenstandsrecht zu beschränken ist. In Nigeria führten ab 1999 zwölf Bundesstaaten das islamische Strafrecht ein. Diese zunehmend feststellbare Tendenz führte auch im Sudan ab 1983, insbesondere nach der Machtergreifung eines islamistischen Regimes, zur Einführung eines einheitlichen und staatlich sanktionierten Rechts auf Kosten säkularen Rechts.

In Somalia dagegen war die Anwendung der Scharia eine Möglichkeit, bis zum Eingreifen Aethiopiens 2006 eine Mindestordnung aufrechtzuerhalten.

Südafrika praktiziert Rechtspluralismus, da die gegenteiligen Einflüsse noch nicht in ein einheitliches Rechtssystem übergeführt werden konnten.

Als islamisches Kernland gilt Nordafrika. Südlich der Sahara dagegen wird der Islam als „peripher“ bezeichnet. Dies bedeutet eine gewisse Geringschätzung gegenüber nichtarabischen Muslimen. Eine weitere Zuschreibung ist „afrikanisch“. Dies kommt von der starken Präsenz von Sufi-Bruderschaften, welche einen mystischen Islam praktizieren.. Dieser Islam nimmt für sich in Anspruch, da auch Elemente traditionalistischer afrikanischer Religionen vorkommen, offener, toleranter, unpolitischer und friedfertiger zu sein. Durch ihren hohen Organisationsgrad waren in der Vergangenheit aber gerade die Sufis grosse Organisatoren im Kampf gegen Kolonisation sowie Anführer bei Reformbestrebungen. In Nigeria wie im Sudan waren die Sufis wichtige Faktoren und die Regierungen mussten entsprechende Rücksichten nehmen.

Heute erkennen viele Regierungen das Potential der Sufis im Kampf gegen den grassierenden Islamismus.

Der politische Einfluss des Islam in Nordafrika ist dominierend und stellt ein Identifikationsmerkmal gegen koloniale Fremdbestimmung dar.

In den nordafrikanischen Staaten ist der Islam Staatsreligion, das Oberhaupt ein Muslim. Unabhängig davon entwickelte sich durch die staatlichen Eliten ein teilweise beschränktes islamisches Recht, ausgeprägt durch ein in enger Abhängigkeit zum Staat stehendes religiöses Establishment. Unterthema 2

Unterthema 2: Urbanisierung – Risiken und Chancen

Chancen:

- in Städten wirtschaftliche Entwicklung des Staates antreiben - Hier lassen sich mit Hilfe der bestehenden Infrastrukturen Entwicklungsvorhaben - insbesondere Bildungsförderung - oft leichter und effizienter realisieren als auf dem Land, und Städte bieten den Migranten häufig Lebensperspektiven, die ihnen in ihrer ländlichen Umgebung fehlten. Zudem ist die Land-Stadt-Wanderung für viele Menschen eine erste Migrationserfahrung, an die sich weitere Wanderungen, dann auch in andere Länder, anschließen können.


Risiken:

- Versorgungs- und Verwaltungsprobleme - Sicherheitsrisiken - noch am wenigsten Urbanisiert àhöheres Sicherheitsrisiko in Zukunft, da Urbanisation weiter zunimmt - Schwierigkeit Infrastruktur aufrecht zu erhalten und auszubauen - Ohne externe Hilfe werden die mittelgrossen Städte in den Entwicklungsländern nicht in der Lage sein die benötigten Arbeitsplätze, Wohnungen und Infrastrukturen zur Verfügung zu stellen. àZunahme von Armut, Verschmutzung, Verkehrschaos, Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit - Problematisch ist zudem, dass viele dieser Städte aufgrund ihrer geographischen Lage besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden werden; dies betrifft die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Energie sowie umweltbedingte Gefährdungen wie etwa Überschwemmungen.

Unterthema 3 Gesellschaftliche Folgen der Landflucht

Die Tendenz der Landflucht in den afrikanischen Ländern ist steigend, weil Kriege, Hunger, Dürren und Perspektivlosigkeit auf dem Land immer grösser werden. Die städtische Bevölkerung liegt jedoch zurzeit erst bei ca. 39%, was für eine eher tiefe Urbanisierung spricht. Die Hälfte der städtischen Bevölkerung lebt jedoch in Slums.

Das Leben in der Stadt ist für viele Einwanderer jedoch nicht unbedingt einfacher. Dienstleistungen wie Strom und fliessend Wasser sind nur für die obersten Schichten zugänglich, finanzielle Unterstützung ist kaum zu erwarten. Die Migranten müssen zwar weniger körperliche Arbeit verrichten, trotzdem sind sie meist gefordert wie noch nie.

Die Migration in die Stadt ist einzig für die gut gebildete, ökonomisch stabile Mittelschicht rentabel, da diese dort die Unabhängigkeit von traditionellen, restriktiven sozialen Verhaltensregeln erlangen können. Sie können sich individuell entfalten und sich in die „neue“ Gesellschaft einfügen, was auf dem Land nicht möglich ist.

Clans haben auf dem Land einen hohen Stellenwert, in welchen die eigenen Gesetze aufgestellt und durchgesetzt werden. Der Clan sichert die Loyalität über die ethnische Zugehörigkeit und regelt die Beilegung von Konflikten. Durch die Einteilung der Stadtteile nach ethnischer Gemeinschaft oder Herkunft der Migranten kommt es dazu dass auch in der urbanisierten Umgebung die Traditionen des Clans weitergeführt werden. Familienmitglieder und Mitglieder des Clas helfen sich gegenseitig bei der Auswanderung in die Stadt und bieten sich dort Wohnmöglichkeiten und andere Starthilfen. Ihre Hoffnung auf Unabhängigkeit und stabile wirtschaftliche Situation erfüllt sich aufgrund des tiefen Bildungsniveaus der Migranten und den fehlenden Arbeitsmöglichkeiten in der Stadt selten.

Die Migration ist nicht mehr den Männern vorbehalten, auch viele junge Frauen versuchen ihr Glück in der Stadt. Die Frauen passen sich jedoch gezwungenermassen den veränderten Bedingungen an und werden auch dort früh mit einem meist älteren Mann verheiratet oder werden Dienstmädchen in reichen Familien. Vielfach werden die jungen Mädchen jedoch ausgenutzt weil sie keinen Schutz der traditionellen sozialen Netze mehr erfahren, welche auf dem Land bestanden. Viele Frauen werden in der Stadt zu Selbstversorgerinnen und sind aufgrund ihrer schlechten Bildung gezwungen schlechte Arbeit anzunehmen, um für die Familie in der Stadt und auf dem Land zu sorgen. Die traditionelle Rollenverteilung ist trotz massiven Veränderungen der Gesellschaft dominant, weil Abweichungen davon nicht respektiert werden. Deshalb entwickeln sich auch die Kinder in Richtung der traditionellen Rollenverteilung. Untertitel 4

Unterthema 4

Frauenrechte in der arabischen Welt

Die Durchsetzung der Frauenrechte in der arabischen Welt liegt auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Vergleich zur männlichen Bevölkerung liegen die Zahlen tief.

Bei den hier behandelnden Ländern (arabischen Kernländer Nordafrikas, Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten, Sudan) existieren zum Teil sehr grosse Unterschiede. Zwar hat sich die Frauenerwerbsquote in der arabischen Welt zwischen 1990 und 2003 um 19 Prozent gesteigert, doch sind die Zahlen im Vergleich zur männlichen Bevölkerung immer noch zu niedrig. Mit 33.3 Prozent weist die arabische Welt (Norden Afrikas) die Weltweit niedrigste Frauenerwerbsquote auf. Im Süden sind es dagegen 62,3 Prozent. Die Quote ist dort am niedrigsten, wo der HDI-Wert (Human Development Index) des Landes am höchsten ist. Die Frauenerwerbstätigkeit in diesen Ländern ist nur eine folge der Armut und nicht der Gleichberechtigung. Dazu kommt noch die grosse Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen. Das Einkommen der Frauen liegt weit unter der Hälfte des Lohnes der Männer (Bsp. Algerien Frauen: 3’546 Männer 10'515 jährlich).

Heute hat sich die Situation der Frauen durch die Frauenrechtsbewegung mit Zusammenspiel der internationalen Politik deutlich verbessert. Gerade in Ägypten und Marokko hat sich die Frauenbewegung im Hinblick auf das Ehe- und Familienrecht durchsetzen können. So in Ägypten, dass die Frauen mehr rechte bekamen um ihre Ehe aufzulösen. Zugleich wurden Verfahren in Ehe- und Familiensachen vereinfacht und versorgungsrechtliche Verbesserungen im Interesse von Frauen und Kindern erzielt. In Marokko wurde ein Gesetz verabschiedet, dass die Leitung beider Ehepartner gleichberechtigt sein soll.

Doch nicht nur die Rechte in einer Ehe für die Frauen haben Bedürfnis der Verbesserung, sondern auch die Bildung. So hängt diese von der allgemeinen Situation eines Landes in Punkto Lebenserwartung, Bildungsniveau und Lebensstandard ab. Je höher der HDI-Rang eines Landes umso höher ist auch die Bildungsbeteiligung von Frauen. In Ägypten (78%) liegt diese um 10 Prozent höher als in Tunesien und Algerien.

Ein weiterer Faktor für die menschliche bzw. Frauliche Entwicklung liegt in der medizinischen Versorgung in der Schwangerschaft und bei der Geburt. Die geschätzte Müttersterblichkeit (berechnet auf 100 000 Lebendgeburten) liegt für den Zeitraum zwischen 1990 und 2004 nach UN-Angaben in Tunesien bei 69, in Libyen bei 77, in Ägypten bei 84, in Algerien bei 120, in Marokko bei 230 und im Sudan bei 550. Auch hier gibt es Abweichungen gegenüber der HDI- und GDI-Reihung.

Letztendlich kann man sagen, dass Frauen in den arabischen Ländern deutlich stärker unter Armut leiden als Männer. [[Kategorie:|Kategorie:]]

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