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Demokratie 2/Foodwatch

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Verbraucherschutz

Beschreibung

Verbraucherschutz kann auf eine demokratisch Art und Weise funktionieren. Bei dieser Art von Verbraucherschutz steht die Information im Vordergrund, nicht staatliche Kontrolle und Bevormundung.

Wie kann man also dem Verbraucher die Möglichkeit geben, seine Kontrollfunktion auszuüben?

Vision

Stell Dir vor, du gehst durch den Supermarkt und kannst jedem Produkt auf Anhieb ansehen, wo es herkommt, welche Zutaten es beinhaltet, wo die Zutaten herkommen und welche Stationen es im Laufe seiner Lieferkette durchlaufen hat. Für jede einzelne dieser Stationen kannst du alle Eckdaten der Qualität und alle Apekte im Sinne des Verbraucherschutzes einsehen, als da wären zum Beispiel:

  • Lebensmittelqualität
  • Schadstoffbelastung
  • Umweltbelastung (auch durch Transporte, wie bei Kiwi aus Neuseeland)
  • Tierschutz
  • Arbeitsbedingungen bei der Herstellung (wie z.B. Kinderarbeit)


Jeder einzelne dieser Aspekte lässt sich noch beliebig weiter aufschlüsseln und verfolgen.

Das ist die neue Macht des Verbrauchers. Eine völlig transparente Lieferkette, in dessen Mittelpunkt der informierte Verbraucher steht. Das kann unsere Vorstellung eines ehrlichen Wettbewerbs in einer ethisch-moralischen Martwirtschaft dramatisch verändern.

Stell dir vor, dein Handy ist mit einem RFID-Lesegerät ausgestattet. Du hältst das Handy an eine Lebensmittelverpackung im Supermarkt und landest auf einer Seite im Internet, die all diese Informationen bereitstellt.



Wer aber pflegt diese Informationen? Jeder kann Informationen eingeben - vorausgesetzt er hat sich dem System gegenüber identifiziert und es gibt ein ausgeklügeltes Ratingsystem für die Glaubwürdigkeit solcher Informationen. Wahrscheinlich muss es für den Informanten auch die Möglichkeit geben, gegenüber der Öffentlichkeit anonym zu bleiben.

Die Unternehmen werden solche Informationen auch selbst pflegen. Es wird niemand gezwungen, an einem solchen System teilzunehmen. Aber wenn wir als Verbraucher erst einmal daran gewöhnt sind, all diese Informationen auf Knopfdruck verfügbar zu haben, dann werden wir sich weigernde Unternehmen nur schwer akzeptieren. So ist es im ureigensten Interesse des Unternehmens, eine Kultur der Transparenz und Offenheit zu pflegen.

Das ist nicht vergleichbar mit einer institutionalisierten Transparenz wie der von Transparency International, wo Siemens bis Ende 2006 Mitglied war.

Ein solches System wird sehr wahrscheinlich auch von Umweltorganisationen, von Tierschützern, Verbraucherschützern und Menschenrechtlern mit Informationen gefüttert werden. Aber auch diese Dinge werden deinstitutionalisiert, da jeder Einzelne von uns ein potentieller Umweltschützer, Tierschützer, Verbraucherschützer und Menschenrechtler sein kann, ganz so wie ihm/ihr beliebt. Das Engagement eines Einzelnen für eine gute Sache kann unmittelbar etwas bewirken. Wird der freie Zutritt zu beispielsweise einem Mastbetrieb verweigert, so kann auch das als Information erfasst werden.

Nicht nur jedes Produkt bekommt eine eigene Seite im System. Ebenso gibt es eigene Seiten für Hersteller, für Zulieferer, für quasi jede Station der Lieferkette.

Bereits heute lässt sich für jedes Ei anhand des Stempels eindeutig der Legebetrieb identifizieren. Das lässt sich noch etwas weiter treiben, wie man hier sieht. Auch hier pflegen die Unternehmen die Informationen selbst.

Plusminus berichtete am 24.04.2007 über Tierquälerei in der Kaninchenmastbetrieben.

Bereits heute hat jedes Hauskaninchen im Supermarkt eine sogenannte EU-Nummer anhand derer sich im Internet der Schlachthof eindeutig identifizieren lässt.

Doch mit dieser EU Nummer kann natürlich kaum ein Verbraucher etwas anfangen. Niemand interessiert sich wirklich dafür. Das liegt aber nicht zuletzt daran, dass diese Informationen viel zu kompliziert abzufragen sind.

Laut EU Verordnung 178/2002 sind alle "Lebensmittelunternehmen" seit dem Jahre 2005 dazu verpflichtet, festzuhalten, von welchen Unternehmen sie Erzeugnisse bezogen und an welche sie ihre Ware geliefert haben. Außer einen Wust an neuer Bürokratie hat das aber überhaupt nichts gebracht. Und schon gar nicht für den Verbraucher. Oder hat sich seit dem etwa die Anzahl der Gammelfleischskandale reduziert?

So sagte Thilo Bode von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch in der Sendung Fakt vom 11.09.2006 über das Gammelfleisch: "Wenn die Transparenz nicht hergestellt wird, dann wird der Markt sich nicht selber steuern. Und dann werden wir in den nächsten Jahren weiterhin im Monatsabstand mit diesen Skandalen konfrontiert, die übrigens täglich passieren, TÄG-LICH PASSIEREN, die nur nicht veröffentlicht werden."



Nun stell dir weiterhin vor, ein solches System gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern für jedes Produkt, das wir in einem x-beliebigen Warenhaus kaufen.

So etwas lässt sich durchaus auch für andere Produkte und nicht nur für Lebensmittel einführen. Für jedes dieser Unternehmen sollte es auch Informationen über die Geschäftsführer, die Besitzer, die Manager, vielleicht auch die Mitarbeiter, über jede verantwortliche Position geben. Je mehr Informationen es über ein Unternehmen gibt, desto vertrauenswürdiger ist es. Unternehmen mit komplizierten, verschachtelten und wenig nachvollziehbaren Besitzverhältnissen (wie es etwa in der Fleischbranche üblich ist, wo zum Zwecke der Gesetzesumgehung überwiegend mit Subunternehmern gearbeitet wird) disqualifizieren sich für dieses System von selbst.

Für jedes der erfassten Objekte können Informationen eingegeben werden, ob nun anonym oder "beglaubigt". Bei diesen Informationen kann es sich natürlich auch um Fotos oder Videos handeln, die vor Ort gemacht wurden. Welchen unmittelbaren Effekt so etwas auf Verbraucher haben kann, konnte man in besagter Plusminus Sendung beobachten.

Das ist nicht die Vollendung der Transparenz, sondern erst ihr Beginn. Der Verbraucher wird immer mächtiger, das wissen wir alle. Aber wenn man unsere heutigen Möglichkeiten mit dem vergleicht, was technisch eigentlich machbar wäre, dann ist eine echte Transparenz noch kaum vorhanden. Nur allzuoft fühlen wir uns hilflos und gehen achselzuckend zur Tagesordnung über.

Beispiele

Anforderungen

Geld

Spenden

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Investitionen

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