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Grundschulpädagogik/Grundschulpädagogik/Einführung in die Grundschulpädagogik

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Das Bild vom Kind

  • Die Grundschule ist die kinderfreundliche, kindgemäße, kindorientierte Schule.
  • Ist damit alles Klar? Nein
  • Jeder Pädagogik liegt ein Bild vom „Zögling" (Kleinkind, Schulkind, Jugendlicher, ...) zugrunde (=implizite Anthropologie)
    • Dies kann romantisch-verklärend sein (Rousseau, Reformpädagogik: „Der Genius im Kinde)
    • Dies kann von Zweifeln und Misstrauen geprägt sein (Überwachungs- und Strafpädagogik, Brechung des bösen kindlichen Eigenwillens)
    • Dies kann einseitig auf Kognitives oder Emotionalität gerichtet sein, unterfordern oder überfordern, ...
  • Das Bild vom Kind sagt mehr über den Betrachter als über das Kind. Was bestimmt das Bild?

Was macht Kinder aus?

  • Wesentlich sind
    • „ die Dynamik des kindlichen Lebensvollzugs
    • die Ursprünglichkeit kindlichen Denkens und kindlicher Phantasie - die Konkretheit kindlichen Weltumgangs
    • die Spontaneität des Gestaltens und Improvisierens – die große Erlebnisfähigkeit
    • die Unmittelbarkeit des Fragens
    • die Bedeutung der Bewegungs- und Tätigkeitsfreude, des Spiels und der Motorik für die körperliche, seelische und geistige Entwicklung
    • das bedingungslose Vertrauen, das das Kind dem Erwachsenen
  • entgegenbringt und das so leicht missbraucht werden kann." (Lichtenstein-Rother in Baacke 1993)
  • kindgemäß heißt die Stärken der Kinder schützen und bewahren, nicht sie einschränken und abtrainieren! (Bittner 1981)

The needs of children (Kellmer-Pringel 1979)

  1. nach Liebe und Geborgenheit
  2. nach neuen Erfahrungen
  3. nach Lob und Anerkennung
  4. nach Verantwortung und Selbständigkeit
  5. nach Übersicht und Zusammenhang
  • Diese Grundbedürfnisse lassen
    • beschützende Hilfe und
    • freigebende HiIfe notwendig erscheinen.

Kindliche Entwicklungsdimensionen

Zu fördern sind:

  1. kognitive Konzentration (Sammlung, Stille, Ruhe),
  2. motorisches Ausgreifen (Eroberung, Körperbewusstsein),
  3. emotionale Stabilität (Geborgenheit, Gewissheit, Anerkennung, Liebe),
  4. soziale Offenheit (Freundlichkeit, Wandel, Verantwortung, Selbständigkeit),
  5. ästhetische Sensibilität (Freude an Farben und Formen, Genussfähigkeit, Kreativität).

(Baacke, S. 113 f.)

Was Grundschulkinder brauchen - Was heißt Kinder stärken?

(nach Ernst Cloer) Kinder brauchen:

  1. Würde
  2. Selbstachtung
  3. Gerechtigkeit
  4. einen geschützten Raum
  5. Orientierung
  6. Rituale
  7. Zuversicht
  8. angemessene Größenordnungen
  9. die Entfaltung in allen Grunddimensionen menschlicher Fähigkeiten
  10. Bücher
  11. Märchen
  12. LehrerInnen
  13. LehrerInnen mit Berufsethos und theoretischer Neugier
  14. Kinder müssen mit der Ungleichheit leben lernen

Kindheit im Wandel - Veränderungsprozesse

  • Familiale Lebenswelt
    • Reduktion der Geburtenrate
    • Müttererwerbstätigkeit
    • Vielfalt an Familienkonstellationen
    • Eineltern - Familien
  • Spiel- und Freizeitverhalten
  • Kinder und Medien
  • Erziehungsnormen
  • Multikulturelle Gesellschaft

Kindheit im Wandel - Tendenzen

  1. Konsumkindheit
  2. Medienkindheit
  3. verplante Kindheit
  4. verinselte Kindheit
    • Einzelkind
    • einziges Enkelkind
    • Vereinzelung durch autonome mediale Versorgung
  5. geteilte Kindheit

Kindheit im Wandel - Konfliktfelder gegenwärtiger GS - Arbeit

4 Thesen (Fölling - Albers)

  1. Pluralisierung der Erziehungsnormen vs. Durchsetzung konventioneller Erziehungsansprüche
  2. Erziehung vs. Sozialtherapie
  3. Erwartungen der Schule vs. Erwartungen der Eltern
  4. Bildungsmonopol der Schule vs. Privatisierung der Bildung

Kindheit im Wandel - Entwicklungsschere

  • im Lern- und Arbeitsverhalten
  • im Sozialverhalten
  • in der Sprachentwicklung

Kindheit im Wandel - Konsequenzen für die Grundschule

  • Das Grundschulkind als Individuum ansehen - individuell fordern und fördern
  • Den Unterricht differenzieren und individualisieren
  • Verschnaufpausen und Spiele
  • gelassen mit Zeit umgehen
  • im Unterricht flexibel reagieren
  • Distanz verringern
  • mit den Eltern kooperieren
  • von der Stundenschule zur Tagesschule

Problem der Antinomien

Bundesverfassungsgericht 1972

Die gemeinsame Erziehungsaufgabe von Eltern und Schule, welche die Bildung der einen Persönlichkeit des Kindes zum Ziel hat, lässt sich nicht in einzelne Kompetenzen zerlegen und ist in einem sinnvoll aufeinander bezogenen Zusammenwirken zu erfüllen. Der Staat muss deshalb in der Schule die Verantwortung der Eltern für den Gesamtplan der Erziehung ihrer Kinder achten und für die Vielfalt der Erziehungsfragen soweit offen sein, als es sich mit einem geordneten staatlichen Schulsystem verträgt.

  • Artikel 6,2 GG:
    • „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft."
  • Artikel 7,1 GG:
    • „Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates."
  • Das bedeutet
    • prinzipieller Vorrang des elterlichen Erziehungsrechts
    • in der Schule: Gleichordnung des staatlichen Erziehungsauftrages mit dem der Eltern

Kooperationsformen

  1. Information, Diskussion (Hospitation)
  2. Mitbestimmung
  3. Beratung von Eltern
  4. Elternbildung
  5. Elternmitwirkung im Unterricht und Schulleben
  • Ziele
    1. gegenseitige Information
    2. gegenseitiges Verständnis
    3. vertrauensvolle Zusammenarbeit
  • Ebenen
    • persönlicher Kontakt
    • Klassenebene
    • Schulgemeinde
    • schulübergreifend

Kooperationen zu Schulanfang

Geeignet sind z. B.

  • gemeinsame Besprechungen sowie gegenseitige Besuche von Erzieherinnen oder Erziehern und Lehrkräften
  • Besuche der Kindergartenkinder in der Grundschule
  • gemeinsame Unternehmungen und Veranstaltungen die
  • gemeinsame Elternarbeit und
  • die beratende Tätigkeit vorschulischer Einrichtungen.

Kooperationen beim Übergang auf weiterführende Schulen

  • gegenseitige Besuche zu Tagen der offenen Tür
  • gegenseitige Hospitationen im Unterricht
  • Erfahrungsaustausch in gemeinsamen Besprechungen
  • Besuchsmöglichkeit von Grundschülerinnen und Grundschülern in den weiterführenden Schulen
  • gemeinsame Lehrerfortbildung.

(In: Beschluss der KMK: Empfehlungen zur Arbeit in der Grundschule. Bonn 1994)

Bildungsbericht 2006

  • „Die Folge ist, dass Kinder unterer Sozialgruppen auch bei gleicher Schulleistung bei der Übergangsentscheidung benachteiligt sind."
  • „Im Vergleich zu Kindern aus Facharbeiterfamilien ist die Chance eines Gymnasialbesuchs für Kinder aus Familien der höchsten Sozialschicht („Obere Dienstklasse") mehr als viermal so hoch."
  • „Erhöhtes Risiko des Sonderschulbesuchs bei Kindern aus bildungsfernen Sozialschichten"
  • „Jungen wiederholen öfter als Mädchen"
  • „Starke Kopplung von Kompetenz und sozialer Herkunft bleibt bestehen"
  • „Kinder, deren Eltern in Deutschland geboren sind, haben - bei gleicher Lesekompetenz - eine 1,66-mal höhere Chance, eine Gymnasialempfehlung zu erhalten als Kinder, deren Eltern nicht in Deutschland geboren sind."
  • „Ein Drittel der Migranten der 2. und 3. Generation ohne beruflichen Abschluss"

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