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Grundschulpädagogik/Grundschulpädagogik/Schuleingangs- und Schulleistungsdiagnostik

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Schulreife nach Artur Kern

  • endogener gesteuerter Reifungsprozess
  • jedes Kind erreicht irgenwann ein Stadium, in dem die Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Schullaufbahn gewährleistet sind
  • unterschiedliche Kompetenzen reifen in etwa gleichen Schritten heran, ist eine Fähigkeit gut ausgebildet, kann man damit auf andere schließen
  • diese Entwicklung kann durch Tests nicht beschleunigt werden, man muss nur lange genug warten
  • Schulversagen durch mangelnde Schlreife kann nur durch Heraufsetzung des Einschulungsalters erreicht werden

Gütekriterien bei Testverfahren

Objektiv (beobachterübereinstimmend) Reliabel (messgenau, zuverlässig) Valide (gültig)
d.h., ist das Ergebnis unabhängig, welche Person den Test durchführt und kommt jeder Tester auf das gleiche Ergebnis d.h. ist das Ergebnis eines Tests so genau, dass es bei Wiederholung unter gleichen Bedingungen das gleiche Ergebnis ergeben würde d.h. misst der Test das, was er zu messen vorgibt

Objektivtät

  • Durchführungsobjektivität
    • vereinheitlichte Aufgabenstellung
    • gleiche Bearbeitungszeit
    • gemeinsame Erläuterung der Aufgaben
    • gleiche zulässige Hilfsmittel
    • Problem: Bedingungen der Schüler (emotional, motivational) sind unterschiedlich und können daher nie ein objektives Ergebnis der Schülerleistung abbilden
    • jedoch soll Durchführungsobjektivität angestrebt werden
  • Auswertungsobjektivität
    • Welches Verhalten wird auf welche Weise bewertet
    • Bsp: Zwei Lehrer bewerten ein Klassenarbeit unabhängig voneinander und erhalten gleiche Ergebnisse (eigentlich nie gegeben)
  • Interpretationsobjektivität
    • mehrere Beurteiler interpretieren ein Auswertungsergebnis gleich
    • Bsp.: ein Direktor bekommt vom Schularzt, der Kindergärtnerin, den Eltern und aus einem Schuleingangstest Informationen, und muss bewerten, ob das Kind schulfähig ist oder nicht

Zuverlässigkeit

  • Grad der Genauigkeit, mit dem ein Merkmal gemessen werden kann
  • Reliabilitätskoefizient ist ein Korrelationskoeffizient
  • Messmethoden
    • Wiederholungsmethode (Retestmethode)
      • wird selten verwendet
      • gleiche Aufgabe wird zu späteren Zeitpunkt nochmals gestellt
    • Halbierungsmethode
      • Aufgaben werden zur Auswertung geteilt und unabhängig voneinander ausgewertet
      • hat den niedrigsten Korrelationskoeffizient
    • Paralelltestmethode
      • zwei möglichst inhaltlich ähnliche Aufgabensammlung
      • kann nacheinander oder zu verschiedenen Gelegenheiten durchgeführt werden
      • hat einen hohen Korrelationskoeffizient
  • Standardmessfehler
    • Standardabweichung zu lasten seiner Unreliabilität
    • je mehr Aufgaben desto geringer ist die absolute Standardabweichung

Gültigkeit

  • d.h. misst der Test das, was er zu messen vorgibt
  • Arten der Testkriterien
    • Inhaltsgültigkeit
      • ist das was wir inhaltlich testen auch im Ergebnis zu erkennen
      • sehr schwer realisierbar
    • Übereinstimmungsgültigkeit (empirische Gültigkeit)
      • stimmen die Daten die wir mit unserem Instrument messen mit dem überein, was anderweitig gemessen wurde
    • Vorhersagegültigkeit (empirische Gültigkeit)
      • sind unsere Vorhersagen, die wir mit unserem Test gemacht haben später als richtig eingeschätzt zu bewerten
    • Konstruktgültigkeit
  • Gültigkeit ist von Validität und Reliabilität abhängig

Normierung (Einordnen des individuellen Testergebnisses in eine Bezugsnorm)

Vergleichbarkeit

Korrelationskoeffizient

Der Korrelationkoeffizient gibt an, in welchem Maße unter gleichen Bedingungen gewonnene Messwerte über ein und dem selben Probanten (Reproduzierbarkeit)

Kammermeyer zur Erhaltung des Schulfähigkeitsbegriffs

  • Schulfähigkeit darf nicht nur am Kind gemessen werden
  • andere Schulsysteme (Montessori) haben da keine Probleme
  • Schulische Anforderungsschwellen variieren von Schule zu Schule, von Klasse zu Klasse
  • Unterschiedliche Erfolgschancen durch Einflüsse in der Lernumgebung (Schule, Lehrer)
  • institutionelle Erziehung ist für die Entwicklung fast aller Kinder unausweichlich
  • diese soziokulturell verbindliche Entwicklungsnorm ist mit Schulfähigkeit in Verbindung zu bringen
  • „Die Notwendigkeit dieses Konstrukts (Schulfähigkeit) ergibt sich letztlich daraus, dass alle Kulturgesellschaften bestimmte Anforderungen an das Kind stellen, die durch die Institution Schule in besonderer Weise repräsentiert wird“ (Nickel, 1997, S. 173)
  • durch die Eingliederung in die Institution Schule sind die Kinder zwingend mit einer „Normierung“ verbunden, daraus muss zwingend die Schulfähigkeit abgeleitet werden
  • Schulfähigkeit wird subjektiv von Schule zu Schule unterschiedlich bewertet
  • Schulfähigkeit ist keine Eigenschaft des Kindes oder ein Hürde, die das Kind zu nehmen hat, sondern soll allen, die sich mit dem Übergang von vorschulischen zu schulischen Einrichtungen zu tun haben, helfen diesen bezogen auf *das Kind erfolgreich zu gestalten, ohne ihn jedoch am Kind zu definieren

Teilsysteme der Schulfähigkeit nach Nickel

  • Schüler
    • Körperliche Entwicklun
    • Gesundheitszustand
    • psychomotorische und kognitive Fähigkeiten
    • Motivation, Arbeits- und Sozialverhalten
  • Schule
    • Lehrpläne, Richtlinien, Leistungsbeurteilung
    • Unterrichtsorganisation, Lehrerverhalten
    • personelle, materielle und räumliche Ausstattung
  • Kindergarten
    • Vorschriften zur vorschulischen Erziehung
    • Erzieherverhalten und Tagesablauf
    • personelle, materielle und räumliche Ausstattung
  • gesamtgesellschaftliche Situation

Gesetzl. Grundlage zum Schulanfang beschlossen bei der KMK

  • Schule ab dem vollendeten 6. Lebensjahr und 9 Jahre lang
  • Stichtag kann zwischen 30. Juni und 30. Sept. liegen
  • Einschulungen während des laufendenen Schuljahrs sind möglich
  • Zurückstellung nur in Ausnahmefällen
  • vorzeitige Einschulung bedarf mehr als ein testverfahren, Gespräche mit Eltern, Ärzten und den Einrichtungen Kindergarten und Schule sind notwendig

Grundlage des Messens und Skalierens

  • Messen ist die Bestimmung der Ausprägung einer Eigenschaft eines Objekts und erfolgt durch eine Zuordung von Zahlen zu Messobjekten. Messen ist eine homomorphe Abbildung eines empirischen Relativs in ein numerisches Relativ
  • Zweck ist das Gewinnen von Informationen über Merkmale von Objekten
  • Nominalskala
    • quantitative Gleichartigkeit des Merkmals
    • Maß der zentralen Tendenz: Modalwert (häufigster Wert)
    • Bsp: Einteilung der Geschlechtszugehörigkeit
  • Ordinal-, Rangskala
    • Einteilung in eine Rangfolge
    • Maß der zentralen Tendenz: Median (Mittelwert)
    • Bsp: Wie viele Vokabeln kennen verschiedene Kinder, Zensuren
  • Intervallskala
    • Einteilung von Messergebnissen die Vergleiche von empirischen Werten zulässt
    • eine Intervallskala teilt den Messbereich ein, gibt ihm aber kein Anfangs und Endwert, der auf Proportionen schließen lässt (differenzieren nicht proportionieren)
    • Maß der zentralen Tendenz: arithmetisches Mittel
    • Bsp. die Temperaturdifferenz von 25° zu 50° ist genauso groß wie die von 75° zu 100°, aber nicht 50° ist doppelt so heiß wie 25°, Inteligenzquotient
  • Verhältnis-, Proportionalskala
    • Skaleneinteilung mit einem natürlichen und nicht willkürlichen Nullpunkt
    • aus Sozialwissenschaftlicher Sicht sind solche Skalen nicht verbreitet
    • Maß der zentralen Tendenz: arthmetisches und geometrisches Mittel
    • Bsp. Längenmessung, Größe, Gewicht

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