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Grundschulpädagogik/Sport/Sportdidaktik

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Zum Gegenstand der Sportdidaktik

Sportdidaktik im Rahmen der Sportwissenschaften

Sportwissenschaft Naturwissenschaft Sozialwissenschaft Fachdidaktik Bewegungslehre Sportpädagogik Sportdidaktik Trainingslehre Sportsoziologie Sportmedizin Sporgeschichte Sportpsychologie Sportphilosophie

Begriffsverständnis

Definition: Didaktik gibt Handlungsanleitungen für die Gestaltung von institutionellen Lehr- und Lernprozessen im Kontext von Unterricht Sportdidaktik entwickelt auf der verallgemeinernden Ebenen auf die sportliche Handlungen bezogene Anleitung für die Gestaltung von institutionalisierten Lehr- und Lernprozessen im Kontext von Unterricht.

Warum lehre ich was und wie?

Ziele ↔ Inhalt ↔ Methode

Sport hat in engem Sinne mit Leistung zu tun. Sport hat im weitesten Sinne Leibesübungen und Bewegungsspiele unter Sinngebung wie Unterhaltung, Geselligkeit, Ausgleich, Erholung, Spannung, Gesundheit (Kurz 1977, Seite 62). alternativer Sportbegriff: Unter Sport ist die willkürliche Schaffung von Problemen, Aufgaben, oder Konflikten zu verstehen, die vorwiegend mit körperlichen Mitteln gelöst werden und zwar nur aus Spass an der Lösung. Die Lösungen sind beliebig wiederholbar und verbesserbar und übbar und zielen nicht unmittelbar auf materielle Veränderungen.

Sportdidaktische Konzepte

  • über die Ebene der Sportarten können sportliche Fähigkeiten gelehrt werden
  • soziale Lernprozesse mit Hilfe des Sportunterrichts in Gang bringen

Begriffsverständnis

  • Entwürfe von Theoretikern unf idealtypischer Ebene von Wissenschaft versucht zu klären „Warum, Was und Wie?“
  • Konzept müssen Eingang in den Schulsport gefunden haben (Praxisrelevant)
  • es muss den Schulsport als ganzes ansprechen (über alle Stoffgebiete hinweg)
  • wenn es von anderen Sportdidaktikern reflektiert wird

Ausgewählte historische Konzepte

siehe Arbeitsblatt

  • GutsMuths: Spielsammlung - Gymnastik für die Jugend (1793); Schnepfenthal(Thüringen)
  • erste pädagogische Prinzipien (z.B. vom Leichten zum Schweren)
  • Turnvater Jahn (1778-1852)
    • Turnen an Geräten, lediglich ergänzt durch Spielformen
    • Turnplatz an der Hasenheide
    • vom spielerischen Turnen über das Üben zum geregelten Turnen
  • Adoph Spieß (1810-1858)
    • Körperertüchtigung als Methode die Fähigkeit der Vaterlansverdeidigung
    • Drill und Körperbeherrschung
    • Gliederpuppenturnen
  • Sportartenkonzept
    • Didaktik der einzelnen Sportarten werden verwendet um die Kinder an die Sportarten heranzuführen
    • sportartorientierter Unterricht ist sehr Lehrerzentriert
  • Intensivierungskonzept
    • Sportarten wurden in kleinere Teile aufgeteilt, um den Schülern einzelne Teilaspekte einer Sportart näher zu bringen
  • Könneskonzept (körperlich-sportliche Grundausbildung)
    • Albrecht Hummel (und der gesamte DDR-Sportunterricht)
    • durchgängig von Klasse 1-12 aufbauend auf den Kindergarten und Fortsetzend im Universitätssport
    • Ziele durchgängig durchziehbar
    • Grundlage: Sport als Kulturgut (erhalten und entwickeln)
    • Ziel war die Aneignung des Kulturguts Sport (aktiv)
    • Abbilddidaktik (Vorgabe des Kulturguts)
    • es bleibt nicht der Wettkampfsport, der einfach in die Schule übertragen wurde
    • Entwicklung der sozialistischen Persönlichkeit
    • Sportkultur als Mittel zum Zweck (Sportarten so aufarbeiten, dass sie diesen Zweck erfüllen kann)
    • Ausbildung von
      • Wissen (Bildung)
        • Kenntnisse, Erkenntnisse
      • Können (Bildung)
        • Fertigkeiten
        • Fähigkeiten
          • konditionelle Fähigkeiten (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit)
          • koordinative Fähigkeiten (Gleichgewichtsfähigkeit, Rhythmusfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, räumliche Orientierungsfähigkeit, kinästetische Differenzierungsfähigkeit)
      • Bewusstseinsqualitäten (Erziehungsprozesse)
      • Verhaltensqualitäten (Erziehungsprozesse)
    • kein problemorientiertes Lernen

Ausgewählte aktuelle sportdidaktische Konzepte [siehe Kopie mit Blumenstrauß]

Überblick

  • Problemorientierter Unterricht [Brodtmann]
    • viel zu oft findet Lernen aus zweiter Hand statt (jedes Lernen ist vermittteltes Lernen)
    • Aufbereitung eines Lehrers hindert das Sammeln von Primärerfahrungen
    • eigene Lösungsstrategien finden ist schwierig
    • durch Anstrengung oder Strategien zur Lösung kommen kann das Kind nicht erfahren
    • auf bewährte Lernstrategien verzichten
    • solches Lernen erfordert Zeit
    • Akzeptanz des Lehrers gegenüber der Lösung des Problems muss vorhanden sein
  • Körpererfahrungskonzept [Funke]
    • Kernthese: Auf Sport kann man verzichten, auf die Pflege und Übung des Körpers und seine Bildung durch Erfahrung nicht
    • Bewegung im Allgemeinen
    • Erfahrung des Körpers soll gesichert werden (Aufmerksamkeit nach innen richten)
    • Erfahrungen mit dem Körper (durch die Auseinandersetzung mir der Umwelt erfahre ich etwas über meinen Körper)
    • Erfahrungen meines Körpers im Spiegel (ich bekomme bei der Bewegung mit anderen Körpern (Geräte oder Menschen) Rückmeldungen über meinen Körper)
    • Erfahrungen in der Darstellung des Körpers (Körpersprache, darstellendes Spiel)
  • Soziales Lernen [Ungerer-Röhrich, Pühse]
    • Sport nutzen um soziale Lernerfahrungen zu machen
    • zu einseitig
    • Hilfe leisten und Hilfe akzeptieren, Regeln befolgen, Mannschaftssport fördert Interaktionsfähigkeit
    • ohne das Können kann kein soziales Lernen stattfinden
  • Vollzugsformen des Sports [Horst Ehni]
    • Der Vollzug einer sportlichen Handlung kann durch das Erkunden (Kennen lernen), Üben (Können lernen), Spielen (Variieren), Trainieren (Vervollkommnen) und/oder Wettkämpfen (Vergleichen) charakterisiert sein. Den einzelnen Vollzugsformen liegen je eigene methodische Gestaltungsprinzipien zugrunde.
  1. Konzept der Mehrsperspektivität (wird heute am häufigsten gelehrt)[Dietrich Kurz]
    • Ziel: Vermittlung von Handlungsfähigkeit, durch das Lernen im Sport findet ein Lernen für den Sport statt
      • motorische, sportliche und soziale Handlungsfähigkeit
      • motorisch:
        • elementare und sportmotorische Fertigkeiten
        • motorische Fähigkeiten (Entwicklung von Werten und Wissen)
    • Sinnfrage des Sports (Sinnperspektiven)
      • Leistung (Selbstwert,Kompetenz)
      • Spannung (Dramatik, Abenteuer)
      • Eindruck (Exploration, Körpererfahrung)
      • Gesundheit (Figur, Fitness)
      • Ausdruck (Gestaltung, Ästhetik)
      • Miteinander (Gemeinschaft, Geselligkeit)
    • Sicherung der Mehrperspektivität (Prüfungsrelevant)
      • Ausbalancierte Curriculum (Einsatz unterschiedlicher Sportarten)
      • Mehrdeutigkeit von Sportarten (mehrere Perspektiven einer Sportart)
      • mehrfach gedeutete Sportliche Aktivität (Perspektive einer Fertigkeit)
  2. Erziehung zum Sporttreiben [Arno Zeuner]
    • Ziel:
      • Interesse und Motivation zum Sporttreiben
      • dauerhaft und regelmäßig
    • Weg:
      • Schüler ist der Ausgangspunkt meiner Überlegungen
      • pädagogisch-psychologische Schwerpunkte aus verschiedenen didaktischen Konzepten nutzen und den Schüler in den Mittelpunkt stellen
  3. Dialektik von Methode [Arno Zeuner]
    • Dialektische Beziehung im pädagogischen Kontext
      • Sache, Stoff ↔ Schüler ↔ Lehrer ↔ Sache, Stoff
      • die Methode des Lehrers steuert die Auseinandersetzung der Schüler mit der Sache oder dem Stoff

Ziele des Schulsports

Begriff

  • gedanklich vorweggenommene, künftige Zustände
  • Umsetzung durch aktives Handeln des Lehrenden
    • Ziele sind für den Lehrer handlungsleitend
    • Ziele müssen realistisch gestellt sein
    • wenn mind. 80% der Schüler dies erreichen ist das Ziel erfüllt
    • schafft Rahmenbedingungen
  • Umsetzung durch aktives Handeln des Lernenden
    • Aktivität im gegebenen Rahmen

Spannungsfelder

  • innerhalb derer sich Zielbestimmungen bewegen können
  • Beispiele:
    • Ziele selbstbestimmt oder fremdbestimmt setzen?
    • Augenblicks- oder Zukunftsorientiert?
    • Sachorientierung oder Schülerorientierung?
    • facheigene oder fachübergreifende Ziele?
    • Kontinuität und Veränderung (Trichtermodell)

Wie finden Ziele Einhang in den Lehrplan

Deduktive Zielbestimmung

  • Lehrplan Sachsen besteht aus deduktiven Ableitung
    • Ziele werden von übergeordnete Zielstellung abgeleitet
      • Handlungskompetenz (Sach-, Sozial-, Methoden- und Selbstkompetenz)
    • abgeleitete Ziele
      • Bewegungserziehung:
        • motorische Handlungsfähigkeit (Entwicklung von Fertigkeiten)
        • sportliche Handlungsfähigkeit
        • soziale Handlungsfähigkeit
      • Gesundheitserziehung: physische Belastung, psychische Entlastung, soziales Wohlbefinden, sinnvolle sportliche Freizeitbeschäftigung

Strukturgitteransatz

  • Zieldimensionen (Kompetenz, Individualität, Sozialität) werden durch Bezugsfelder gebrochen (Bewegung, Spiel, Sport, Gesundheit, Freizeit)

Sächsische Lehrplan

  • siehe Arbeitsblatt
  • intensionaler und funktionaler Umgang mit Zielen (Prüfungsrelevant)
    • intensional (Deshalb tue ich das...) - handlungsleitend
    • funktional (Das passiert nebenbei mit ...)
  • Trichtermodell
    • GS - vielfache Erfahrung an Bewegungsmöglichkeiten
    • MS/GS 5-7/8 - Hinein in die Sportarten
    • 7/8-10/12 - Inhaltliche Öffnung des Unterrichts

Sachorientierte Methoden (Vollzugsformen des Sports)

Erkunden

Erkunden ist eine selbstständige Such- und Testhandlung des Schülers in einer fremden Umgebung bzw. angesichts unbekannter Materialien und Geräte

  • Voraussetzungen
    • etwas unbekanntes oder nicht versuchtes muss vorhanden sein
    • Ein und Dasselbe kann ich nur einmal erkunden
    • Ich muss es für mich selbst erkunden (persönliche Beziehung mit dem Material oder Gerät)
  • Dominante Vollzugsform für die Klassen 1 und 2
  • Neugier und Experiementierfreude der Kinder hilft dieser Vollzugsform
  • Was kann man Erkunden
    • Eigenschaften
    • Möglichkeiten der Verwendung
    • Kombinationsmöglichkeiten
    • Bewegungsmöglichkiten
      • Mit dem eigenen Körper (mit und an Geräten)
      • Mit der Gruppe /einem Partner
      • Mit unterschiedlichen Medien (Wasser, Eis, Sand, ...)
  • Erkundungszweck (Reihenfolge sinvoll)
    • Was - Erkundungen (Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten von Geräten, Bewegungsmöglichkeiten und -formen)
    • Wie - Erkundungen (Zusammenhänge, Wirkungsweisen)
    • Warum (Ursachen von und Gründe für für bestimmte Erscheinungen und Verhaltensweisen, eher für höhere Klassen)
    • methodische Hinweise
      • Erkunden verlangt Offenheit (es gibt kein falsch)
      • Erkunden erfordert Zeit zum Suchen von Lösungen, Ausprobieren, Verändern
      • Erkunden soll nicht zu einer konkreten Technik führen
      • Erkunden verlangt immer nach Differenzierung
    • Verlangt Formulierung von Bewegungsaufgaben
    • Bsp. Weitsprung
      • Landung (Bodenbeläge)
      • Absprung (welches Bein, Leistungsvermögen, Orte)

Üben

Üben ist immer wiederholter Vollzug von Bewegungshandlungen und ist immer auf Leistungssteigerung gerichtet.

  • motorische Leistungskomponenten
    • Fertigkeiten (Informationsverarbeitungsprozesse fördern)
    • Fähigkeiten (konditionell, energetische Basis)

Üben von Fertigkeiten

  • konkrete, spezifische Merkmale eines Bewegungsablaufs
  • elementaren Fertigkeiten (Laufen, Gehen, Springen, Rollen, Klettern, Welsen, Werfen, Fangen, Hangeln, ...)
  • sportmotorische Fertigkeiten
    • Finden der besten Variante zur Lösung der Bewegungsabläufe
    • Technik (biomechanisch günstige Variante) muss vom Lehrer kontrolliert werden, Stil (individuelle Besonderheiten) muss nicht korrigiert werden (z.B. Beidbeiniger Absprung beim Hochsprung muss korrigiert werden, eine Drehung auf der Matte nicht)
  • Methode des variierten Übens (Hauptmethode)
    • Bewegungsausführung (Parametervariabilität)
      • variieren der Ausgangsstellungen, Bewegungsrichtungen, Bewegungstempo
      • Spiegelbildliche Ausführung
      • Koppeln von Fertigkeiten
      • Umfang der Bewegung
      • Parameter (Zeit, Kraft, Raum)
    • Bedingungen des Übens (Bedingungsvariabilität)
      • verändern der Art und Weise der Bewegungsausführung
      • Übung nach konditioneller Belastung (Rolle vorwärts im Dauerlauf)
    • Bewegungsprogramm (Programmvariabilität)
      • nur für koordinative Fertigkeiten
  • Lernweg
    • induktiv (indirekter Weg)
      • Bewegungsaufgaben stellen
      • Suchen und Erproben
      • Herausstellen der besten Lösung
    • deduktiv (direkter Weg)
      • Vormachen, Zeigen, Beschreiben, Erklären
      • Bewegungsanweisungen
      • Bewegungshilfen
    • bei beiden ist die Korrektur, das Üben und das Anwenden wichtig
  • Verfahren
    • synthetisch (Ganzlernmethode)
    • analytisch (Teillernmethode - Zerlegen der Bewegung in Teillernbewegung)
      • methodische Reihen (deduktiv)
  • Didaktische Funktionen
    • Vorbereitung
      • Schaffung von konditionellen und motorischen Vorraussetzungen
      • variiertes Üben
    • Erarbeitung (standardisiertes Üben)
    • Festigung (Anwendung, variiertes Üben)
  • Lernphasen auf der Ebene des Lernenden [Meinel]
    • Grobkoordination
    • Feinkoordination
    • Feinstkoordination (variable Verfügbarkeit)

Üben (Trainieren) von Fähigkeiten

  • sportliches Training (nicht für die Schule, muss für den Grundschulsport runtergebrochen werden)
  • Trainingswissenschaften können uns eher helfen nichts falsch zu machen und richtige Methoden zu wählen
  • koordinative Fähigkeit
  • koodinativ-konditionelle Fähigkeit
    • Beweglichkeit (siehe Arbeitsblatt)
      • Bewegungsspielraum in den Gelenken
      • Dehnfähigkeit der Muskeln. Sehnen und Bänder
      • Bewegungsamplitude des Gelenks
      • aktive Beweglichkeit
        • Bewegungsaplitude, die durch eigene Muskeltätigkeit hervorgerufen wird
      • Ziele
        • Halten der bereits vorhandenen Beweglichkeit
        • Vorbereitung auf spezielle Belastung (Laufen - Waden, Rollen - Wirbelsäule)
    • Schnelligkeit
      • Bewegung in möglichst kürzester Zeit durchführen
      • Reaktionsschnelligkeit (Reiz, erste motorische Reaktion)
        • Reaktionfähigkeit ist nicht Reaktionsschnelligkeit
      • Beschleunigungsschnelligkeit (Erreichen der Maximalgeschwindigkeit)
      • Schnelligkeitsausdauer (Wiederstandsfähigkeit gegenüber Ermüdung bei Bewegung)
      • methodisches Vorgehen
        • Laufkoordination (variiertes Üben)
        • Wiederholungsmethode
          • Intensität: (Sub-)Maximal
          • Umfang: 6x30m
          • Dichte: vollständige Pause (Streckenläge x 5 = Pausenlänge in Sekunden)
    • konditionelle Fähigkeiten
      • Kraftfähigkeit (Überwinden von äußeren Wiederstände durch Muskelkraft)
        • methodische Empfehlung (S. 133 Sportunterricht gestalten)
    • Ausdauer
  • koordinative Fähigkeiten (Hirz 1985, S. 17)
    • Reaktionsfähigkeit
      • Spielformen: Paarweise gegenüber und auf die andere Hand schlagen, Schwarz-Weiß, Komm-Mit-Lauf-Weg, Stabfangen
    • Gleichgewichtsfähigkeit
      • Spielformen: Erstarren, halte Stand!, Balancierübungen auf der Bank (rollende Bank), Gegenstände balancieren
    • Rhythmusfähigkeit
      • Spielformen: Seitenwechsel, Laufen im Gleichschritt
    • kinästhetische Differenzierungsfähigkeit
      • Fähigkeit zur feindifferenzierten Ausführung von Bewegungen bezüglich der Parameter Raum, Zeit und Kraft
      • Spielformen: Ballschule (Ball bis kurz unter die Decke werfen), Schrittspiele
    • räumliche Orientierungsfähigkeit
      • Fähigkeit zur Bestimmung und der zur zielgenauen Veränderung der Lage der Bewegung des Körpers im Raum
      • in der GS: vor, hinter, links, rechts, oben, unten, neben, auf
      • Spielformen: Orientierungslauf, Turnen, Spieler im Ballspiel, Verfolgung, blind Führen
      • koordinative Fertigkeiten soll mit Hilfe des variierten Übens (Gesetze der Informationsverarbeitung)
      • koordinative Fähigkeiten sind selten einzeln zu finden sondern oft gekoppelt

Diagnostik sportlicher Leistungsfähigkeit

  • Sportdiagnostik ist schwer vergleichbar, da die Messmethoden sehr unterschiedlich sind

Spielen

  • Spielen heisst variieren
  • Lustbetonte Risikohandlung, bei der das Bekannte variiert wird und somit neue Dimensionen erschlossen werden
  • Typische Merkmale (klassische Spieltheorie)
    • Zweckunbewusstheit (kein von außen gegebener Zweck)
    • intrinsisch Motiviert
    • Freiwilligkeit (niemand wird zum Spielen gezwungen)
    • Emotionaler Charakter
    • Spannung, Risiko, Ergebnisoffenheit
    • Prinzipielle Offenheit der Situation (freie Wahl der Motorik)
    • Probehandeln
  • Dialektisches Verständnis des Spielen
  • Spiel: Grundphänomen der menschlichen Entwicklung
  • Spiele: kulturelle Objektivierung des Grundphänomens
  • Spieler: individuelle Handlung im Rahmen einer Spielidee
  • Bedeutung des Spiels in der Grundschule
    • Grundbedürfnis der Kinder
    • Spielen in Verbindung ist kognitiven Leistung
    • Spielorte, Spielnachmittag, Sportunterricht
    • Spielen muss man lernen
    • Entwickeln einer allgemeine Spielfähigkeit (ein Spiel initiieren, Aufrecht erhalten, wiederherstellen und mitmachen können)
    • Metaplay (Kommunikation und Reflexion über ein Spiel)

Wetteifern

  • Def. Wettkampf: Unter der Maxime der Chancengleichheit vorab geregelte Auseinandersetzung zwischen Individuen, Gruppen oder Mannschaften, die in der Regel nur eine Partei gewinnen.
    • Leistungsvergleich, Auseinandersetzung mit maximaler Anstrengung
    • Schiedsrichter
    • geprägt Sieg, Niederlage, Rekord, Bestleistung
  • Def. Wetteifern:
    • Wettkampf ohne Angstcharakter
    • Chancengleichheit mit pädagogischer Wirkung
    • Regeln gemeinsam festlegen
  • individuelle oder soziale Bezugsnorm als Wetteifern möglich
  • pädagogische Wettkampfformen
    • sollen möglichst jedem Schüler Erfolg sichern
    • Leistungsziele sollen von jedem erreichbar sein, aber auch von jedem Anstrengung verlangen
    • keiner darf ausscheiden
    • Inhalt [Sportunterricht gestalten]:
      • Additionswettkämpfe (Stoßen mit rechts, links, beidhändig)
      • Relationswettkämpfe (Hochsprung Körperhöhe-Sprunghöhe)
      • Zufallsprinzip (Mannschaftszusammenstellung, Würfel)
      • Wetten dass ...?(Ich schätze meine Leistung ein, die ich erbringen werde.)
      • Gruppenleistung (Gruppenwettkämpfe, Umkehrstaffel)
      • Massensportevent, Schulvergleiche

Verflechtungsbeziehungen

  • zw. den Vollzugformen entstehen Verflechtungsbeziehungen

Schülerorientierte Methoden (Mittel) oder pädagogische Handlungssituationen

  • Schüler wird in das Zentrum der Lehrerhandlung gestellt
  • Mittel heißt Inhalt und Methode

Vielfalt an Körperübungen nutzen

  • Sportunterricht muss abwechslungsreich sein
  • Körperübungen sind sportliche Bewegungshandlungen (Laufen, Springen, Werfen)
  • Vielfalt (entsprechend des Zieles) ist nicht Vielzahl
  • elementare Fertigkeiten vielfältig üben (eine Bewegungsform so üben, dass es nicht langweilig wird)
  • ein Spiel zielgerichtet variieren

Offene Situation schaffen, Probleme lösen lassen

  • offene Situationen schaffen
  • inhaltliche Öffnung (Wahl eines Anfangsspiels)
  • methodische Öffnung (Wahl des Geräts, oder wie man ein Gerät verwendet)
  • organisatorische Öffnung (Partnerwahl)
  • Freiarbeit (Bewegungsmarkt, Bewegungsstation, Bewegungslandschaft)
    • Wählbar sind Schwierigkeit, Inhalt/Thema, Methoden, Dosierung, Sozialform/Partner, Geräte, Zeiteinteilung
    • Anregende Aufgabenstellung und Materialien, Zielorientiertheit und Auseinandersetzung mit der Sache sichern, Auswertung der Arbeitsergebnisse, Regeln Ansprechen
  • problemlösendes Lernen

Differenzieren/Individualisieren, Wahlmöglichkeiten bieten

  • Notwendigkeit für Differenzierung ist gegeben
  • Differenzieren von Zielen, Inhalten, Schwierigkeitsgrad, Lernhilfen, Lernzeiten
  • innere und äußere Differenzierung
  • fremdbestimmte und selbstbestimmte Differenzierung

Bewegungs- und Körpererfahrungen thematisieren

  • Bewegungs- und Körpererfahrungsdefizit sind Voraussetzungen
  • Bewegungs- und Körpererfahrungen sind praktische Erfahrungen, die vor allem beim Vollzug sportlicher Bewegungen des Körpers, aber auch im sozialen Kontakt mit anderen sowie in der Beziehung zu Geräten und Materialien (bewusst) erlebt werden. Sie basieren auf Wahrnehmungen besonders des inneren Regelkreises und können gespeicherte sowie situative Erfahrungen sein.
  • Informationsmuster zur Selbstkontrolle
    • Ich spüre ...
    • Je mehr ich ..., desto ...
    • Wenn ich mich ..., dann ...
  • Wesentliche Schritte zur Vermittlung
    • Sinne schärfen - wehrnehmungs- und erlebnisreiche Angebote schaffen (Varriieren, Kontrastieren, Differenzieren, Nuancieren)
    • Sinne nutzen - Wahrnehmungszentrierung durch Impulse (auf Unterschiede, auf (zu erwartende) Emfindung u. a.)
    • Sinne reflektieren - (auch `mal drüber reden) nichts zerrede, vorsichtig anregen, niemals zwingen

Soziale Situationen anregen und fördern

  • sportliches Handeln ist soziales Handeln
  • Petillon »Soziales Lernen in der Grundschule«

gemeinsames Handeln ist Grundvoraussetzungen oft Partner- und Gruppenarbeit gegenseitige Hilfestellung Zusammengehörigkeitsgefühl funktionales, soziales lernen (sportliche Handlung impliziert soziales Lernen) oder internationales, soziales Lernen (soziales Verhalten aktiv fördern)

  • AB »soziale Situationen anregen und fördern«

Ziele

    • Kommunikationsfähigkeit
    • Kontaktfähigkeit
    • Kooperation
    • Solidarität
    • Konfliktbewältigung
    • soziale Sensibilität
    • »Ich«-Identität
    • Toleranz
    • Kritikfähigkeit
    • Schüler-Schüler-Beziehungen und Lehrer-Schüler-Beziehung

Mit sportlichen Leistungen pädagogisch umgehen

  • AB »Leistungsbewertung«
  • Formen der Leistungsbewertung
    • kleine Formen: Mimik, Gestik, Impulse
    • Leistungskontrolle: »klassich«, Riegenweise, Übungsbegleitend, Schüler bestimmen den Zeitpunkt selbst
    • Ausführliches Worturteil
    • Zensur
  • Anspruchsniveau: ist der individuell bevorzugte Gütestandard, dessen Realisierung als verbindlicher Anspruch auf die eigene Tüchtigkeit erlebt wird [Heckhausen, 1965]
    • sollte möglichst realistisch sein
  • Attribution (Kausalattribuierung, Ursachenzuschreibung): ist die individuelle Ursachenerklärung zum Zustandkommen des Handlungsergebnisses
    • internale Ursachen: Ursachen, die in der Beeinflussbarkeit der Person liegen
    • externale Ursachen: Ursachen, die außerhalb der Beeinflussbarkeit der Person liegen
  • Bezugsnorm: ist der individuelle Bezugsmaßstab für das Handlungsregebnis.
    • individuelle Bezugsnorm
    • soziale Bezugsnorm
    • fremdgesetzte Bezugsnorm

Fächerübergreifend Unterrichten

  • fachübergreifend: verschiedene Lerninhalte mit einander verbinden
  • fächerüberschreitend: Inhalte anderer Fächer in den Sportunterricht einbeziehen
  • fächerverbindend: ein Thema wird in verschiedenen Fächern gemeinsam behandelt
  • projektorientiertes Lernen: z.B. Bewegungserziehung (Erkundungs-, Veränderungs-, Erlebnisprojekt)
  • Bewegte Grundschule

Ästethische Akzente setzen, Wissen vermitteln

Ästethische Akzente setzen

  • Ästethische Erziehung (aus weiter Sicht) schließt die Schulung der sinnlichen Wahrnehmnng ein, d. h. es erfolgt keine Verengung auf »Gymnastik/Tanz« [vgl. Müller 2000, 199]
  • hat Bezug zur Bewegungs- und Körpererfahrungen
  • Improvisieren und Gestalten (AB)

Wissen Vermitteln

  • Name der Geräte
  • Aufstellungsformen
  • Körperglieder
  • Raumlage-Beziehung (vor, hinter, über, unter)
  • Regeln (Spiele, Geräte)
  • Selbsteinschätzung
  • Bewegungsmerkmale
  • Bedingungen der Wissensvermittlung im Sport
    • zeitlich begrenzte Möglichkeiten
    • unterrichtsbegleitende Wissensvermittlung
    • Erwerb auch durch Beobachten und Wahrnehmen
    • unmittelbare Anwendung bei der Bewegungsausführung
    • knappe sprachliche Impulse zu »Knotenpunkten«
    • indirekte Bewertung
    • kein Lehrbuch

Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichten

  • Sicherung von Gleichberechtigung der Geschlechter
  • für den Sportuntericht [Kugelmann]

Besonderheiten von Mädchen

    • sind weniger am Wettkampf interessiert
    • sind weniger an Sportspielen interessiert
    • sind weniger an Belastung interessiert
    • sind mehr an Verhaltensnormen angepasst
    • mehr für Kommunikation, Geselligkeit, Humor
    • sind mehr für Schlankheit
    • mehr für Musik und Bewegung
    • Warum: Einfluss der Eltern
      • Mädchen werden mehr behütet; Entdeckung wird eher unterbunden
      • Mädchenspielzeug regt weniger zu motorischen Aktivität an
    • alles Bullshit
    • man muss die geschlechtsspezifischen Rollen nicht unterstützen sondern sollte dem entgegen arbeiten

Unfallverhütung und Sicherheitserziehung im Schulsport

  • 50% aller Unfälle werden aus dem Sportunterricht gemeldet
  • Mängel in der Gerätelagerung
  • Unfälle bei sportlicher Betätigung
  • Unfälle durch Fehlbenutzung von Geräten

Unfallkassen und Verantwortungsträger

  • jedes Bundesland hat eine Unfallkasse
  • Anerkennung und Umfang von Entschädigungen bei Unfällen, auch Arbeits- und Schulunfälle
  • bieten Fortbildungen für Lehrer an
  • bieten Erste Hilfe-Kurse
  • Unfall: Ist ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder Tod führt.
  • Maßnahmen der Heilbehandlung
    • Prozess der Heilbehandlung
    • Diagnostik
    • Rehabilitation
    • schulische und soziale Rehabilitation (z.B. Nachhilfe, Fahrtkosten)
    • entschädigende Geldleistungen

Maßnahmen zur Unfallverhütung

  • Tätigkeitsfeld der Unfallkasse
  • siehe AB
  • Sportunterricht soll vom Sportlehrer durchgeführt werden
  • Kleidung
  • Tragen von Schmuck
  • Sicherheitsstellung (Bereitschaft zum Eingreifen)
  • Hilfeleistung (L. greift aktiv in dn Bewegungsablauf ein)
  • Sicherheit und Hilfe ist Aufgabe des Sportlehrers

Sicherheitserziehung

  • Unfallsituation üben
    • Gleichgewicht verlieren
    • Stolpern
    • Ausrutschen
    • Umknicken (Bankläufe)
    • Halt verlieren
    • Rollübungen
  • Wissen vermitteln
    • Unfallgefahren können verhindert werden wenn ich um seine Unfallgefahr weiß

Sicherheitserziehung als Konzept (siehe AB)

  • riskante Bewegungssituationen
    • Wagnisse(spektakuläre Aufgaben, riskante Fertigkeiten)
    • Routinehandlung (Anwendung erlernter Bewegung, komplexes, dynamisches Mannschaftsspiel, Üben grob gelernter Fertigkeiten)
    • Vorfälle (Attacke, Unerwartetes Ereignis)
    • Bewegung erlernen (Einzelfertigkeit, Bewegungsverbindung)
  • Ebene des Kompetenzerwerbs
    • Kenntnisse (Wissen vermitteln, Kognition)
    • Bereitschaft (Verhalten)
    • Fähigkeiten und Fertigkeiten (Können)

Unterrichtsplanung und Unterrichtsvorbereitung

Einflussfaktoren auf die Sportstunde

Ziel - Inhalt - Methode

  • vgl. Sportbiologie: Adaptation
  • vgl. Sportdidaktik: Gliederungspunkt 4
  • vgl. AB

Unterrichtsorganisationen

  • Aufstellungsformen
    • gebunden: Linie, Reihe, Block, Gasse, Kreis
    • ungebunden: Haufen
    • siehe auch AB
  • Einteilungsformen (Klasse, Riege, Leistungriege, variable Leistungsriege, Mannschaft, Gruppe, Paar, Schüler)
  • Betriebsformen (Verfahren des Übungsablaufs)
    • Frontalbetrieb
    • Riegenbetrieb (parallel oder Wechselbetrieb; auch mit Zusatzaufgaben)
    • Stationenbetrieb
  • Kreisbetrieb (Stationen mit Belastungs- und Entspannungsphasen)

Bedingungsanalyse

  • Sportstunde
    • Wetter, Klima
    • Entfernung der Sportstätten
    • Sportgeräte
    • Lage der Stunde im Tagesablauf
    • Sportanlagen, Übungsstätten, Sozialräume
    • Belegung der Sportstätten, Schülerzahl

Planungsschritte

  • siehe Arbeitsblatt
  • Jahresübersicht
  • Stoffverteilungsplan
  • Planungsschritte sind unabdingbar
  • eimal im Jahr anfertigen und evaluieren
  • Planungsunterlagen sind meist in der Schule vorhanden
  • mit anderen Sportlehrern absprechen

Ausführliche Stundenvorbereitung

  • Planung vor der Vorbereitung
  • Grundlage zur Vorbereitung (Ausgangssituation - Ziel)

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