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Kalenderkunde/Gregorianischer Kalender

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Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den weitaus meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Datei:Gregory XIII.jpg

Er wurde Ende des 16. Jahrhundert entwickelt und löste im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche andere Kalenderformen ab. Die letzte Umstellung erfolgte 1926 in der Türkei.

Gregorianische Kalenderreform

Vorgeschichte

Das erste Konzil von Nicäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde – also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden – war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand.

Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u.a. durch Nikolaus von Kues im Auftrag des Konzils von Basel, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium („Von den Umdrehungen der Himmelskörper“) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform.

Mit der mathematischen Ausarbeitung der neuen Schaltregeln wurde der in Rom als Mathematiker lehrende deutsche Jesuit Christophorus Clavius bereits 1579 vom Papst beauftragt.

Korrektionsjahr 1582

Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt.

Neue Jahreslänge

Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl sich zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 teilen lässt. Gemäß dieser Regel gab es im Jahr 2000, dessen Jahreszahl sich sowohl durch 100 als auch 400 teilen lässt, einen 29. Februar. Das Jahr 2100 wird wieder keinen Schalttag haben, ebensowenig 2200 und 2300. Man bezeichnet diese Jahre als Säkularjahr. Erst im Jahr 2400 wird die Regel wieder erfüllt sein.

Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Weniger bekannt ist, dass zusammen mit dem neuen Sonnenkalender auch eine neue Mondformel eingeführt wurde, mit der ein vollständiger Mondkalender berechnet werden kann, der weitaus genauer ist als der vorher verwendete Metonische Zyklus. In der Praxis wird diese Formel jedoch heute nur mehr zu einem einzigen Zweck eingesetzt: der Berechnung des Osterdatums.

Beginn des Jahres am 1.1. (Neujahr)

Parallel zur Kalenderreform, nicht gleichzeitig mit ihr, wurde der Jahresbeginn offiziell auf den 1. Januar verschoben, der sich aufgrund seines Namens (Ianua [lat.]=Tür), der Wintersonnenwende und Christi Geburt als Neujahrstag anbietet; außerdem hatte sich darin die römische Tradition bewahrt. Im Mittelalter hatte das Jahr ansonsten an unterschiedlichen Tagen begonnen, darunter Weihnachten, Ostern, und Mariä Verkündigung. Dennoch hatte die Gregorianische Reform einen Einfluss darauf, weil in der Bulle eine Liste mit den neuen Namenstagen der Heiligen beilag, die die restlichen Feiertage 1582 bis zum 31.12. und die des ganzen folgenden, neu aufgeteilten Jahres (und aller zukünftigen) aufführte. Damit kam es zu Überschneidungen von 11 Tagen (greg./jul. Kalender) und gleichzeitig einem Jahr (zwischen Neujahr und Ostern): "am 10./21. Februar 1751/1752".

Quelle: Langenscheid Latein-Deutsch

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Heiligen Römischen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck „zwischen den Jahren“ für die Tage nach Weihnachten.

Das Königreich Dänemark, zu dem damals auch Norwegen, Island und Grönland gehörten, führte den Gregorianischen Kalender ebenfalls vom 18. Februar auf den 1. März 1700 ein. Die reformierten Orte der Schweiz folgten knapp ein Jahr später, sie sprangen vom 31. Dezember 1700 auf den 12. Januar 1701, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus schlossen sich erst 1724 an, und in Graubünden erfolgte der offizielle Übergang zum neuen Kalender zu verschiedenen Terminen von 1760 bis 1812; der alte Kalender blieb aber sogar noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt.

Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland, Serbien und Georgien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meistens ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen.

Im Jahre 1926 übernahm die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Heute ist der gregorianische Kalender auch in den meisten islamischen Staaten eingeführt und letztendlich wichtiger als der islamische Kalender. Nationalfeiertage und andere nationale Gedenktage, Neujahr, der Tag der Arbeit, Muttertag und andere internationale Feier- und Gedenktage werden nach dem gregorianische Kalender gefeiert. Im bürgerlichen Leben, etwa für Arbeitsverhältnisse, Mietverhältnisse etc., ist meist der gregorianische, nicht der islamische Kalender ausschlaggebend.

Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung. In der (protestantischen) Schweiz wird noch heute die Fastenzeit zeitlich verschoben gefeiert – als Zeichen dafür, sich nicht dem Diktat des Papstes beugen zu wollen.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 oder 365Vorlage:Bruch Tagen.

Zu den Schaltregeln (Welches Jahr ist Schaltjahr und welches nicht?) siehe Schaltjahr, Abschnitt Gregorianischer Kalender

Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tagundnachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,242190417 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000310 Tage (= 27 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3230 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird.

Ausführlichere Informationen dazu siehe im Abschnitt Tropisches Jahr und Gregorianischer Kalender in Tropisches Jahr.

Der gregorianische Kalender hat 14 mögliche Jahreskalender – er kann an jedem der sieben Wochentage beginnen und einen Schalttag haben – und eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten 146097 Tage, das sind genau 20871 Wochen. Es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter und in jeder Periode gibt es 71 Jahre mit einer 53. Woche.

303 a • 365 d/a + 97 a • 366 d/a = 146097 d
146097 d ÷ 7 d/w = 20871 w = 329 a • 52 w/a + 71 a • 53 w/a
400 a • 12 mon/a = 4800 mon

Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal). Ein Monat ist im Durchschnitt 30,436875 Tage oder 4,348125 Wochen lang, d.h. vier Wochen, zwei Tage, zehn Stunden, 29 Minuten und sechs Sekunden oder 2,629746 Megasekunden (ohne Berücksichtigung von Schaltsekunden).

146097 d ÷ 4800 mon = 30,436875 d/mon
20871 w ÷ 4800 mon = 4,348125 w/mon

Im englischsprachigen Raum wird der Zusatz Old Style oder O.S. verwendet, um zu kennzeichnen, dass ein Datum des Julianischen Kalenders gemeint ist. New Style oder N.S. steht für den Gregorianischen Kalender.

Siehe auch

Weblinks

Allgemein
Spezielle Aspekte des Gregorianischen Kalendersystems

als:Gregorianischer Kalender ang:Gregorisc gerīmbōc ar:تقويم ميلادي be:Грэгарыянскі каляндар bg:Григориански календар bn:গ্রেগরিয়ান বর্ষপঞ্জী bpy:গ্রেগরিয়ান পাঞ্জী br:Deiziadur gregorian bs:Gregorijanski kalendar ca:Calendari gregorià ceb:Kalendaryong Gregoryano cs:Gregoriánský kalendář csb:Gregorijansczi kalãdôrz cy:Calendr Gregori da:Gregorianske kalender el:Γρηγοριανό ημερολόγιοeo:Gregoria kalendaro es:Calendario gregoriano et:Gregoriuse kalender eu:Egutegi gregoriotar fa:تقویم گرگوری fi:Gregoriaaninen kalenteri fo:Gregorianski kalendarinfur:Calendari Gregorian fy:Gregoriaanske kalinder gl:Calendario gregoriano he:הלוח הגרגוריאני hi:ग्रेगोरी कैलंडर hr:Gregorijanski kalendar hu:Gergely-naptár id:Kalender Gregorian ilo:Calendario a Gregorian io:Gregoriana kalendario is:Gregoríska tímatalið it:Calendario gregorianojv:Kalendher Gregorian ka:გრიგორიანული კალენდარი ko:그레고리력 ku:Salnameya Gregorian kw:Calans gregorek la:Calendarium Gregorianum lb:Gregorianesche Kalenner li:Gregoriaanse kalender lt:Grigaliaus kalendorius mk:Грегоријански календар ms:Kalendar Gregory nap:Calannario greguriano nds-nl:Gregoriaanse kelender nl:Gregoriaanse kalender nn:Den gregorianske kalenderen no:Gregoriansk kalender nrm:Calendri grégorian oc:Calendièr gregorian pl:Kalendarz gregoriański pt:Calendário gregoriano ro:Calendarul gregorian ru:Григорианский календарь se:Gregoriánalaš kaleandar simple:Gregorian calendar sk:Gregoriánsky kalendár sl:Gregorijanski koledar sr:Грегоријански календар sv:Gregorianska kalendern sw:Kalenda ya Gregori ta:கிரெகொரியின் நாட்காட்டி th:ปฏิทินเกรกอเรียน tl:Kalendaryong Gregorian tr:Gregoryen takvimi uk:Григоріанський календар uz:Grigori taqvimi vi:Lịch Gregory wa:Calindrî grigoryinzh-min-nan:Gregorius Le̍k-hoat

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