FANDOM


die endgütige version kann unter : http://rapidshare.com/files/270115798/theorie.doc.html heruntergeladen werden




Häusliche Pflegearrangements: Eine qualitative Studie protektiver und destabilisierender Faktoren.

Allgemeine Belastungen in der häuslichen Pflege (S.9-10):

-Belastungen für pflegende Angehörige sind schwerwiegend und vielschichtig  Begründung liegt in den zahlreichen Bereichen, die eine Betreuung des Bedürftigen erfordern -neben psychischen und physischen Belastungen, beeinträchtigt die Übernahme der Pflege wesentliche Lebensbereiche: - Veränderung der Erwerbstätigkeit - Konfrontation mit Krankheit und körperlichen Gebrechen - Starke Reduktion der Regenerationsmöglichkeiten - Einschränkung im sozialen Leben

-Pflegesituation ist zugleich Belastung und Stresssituation, bei der das persönliche Belastungsempfinden sich auf eine Vielzahl von Faktoren gründet. -Nicht nur die Art der Belastung, sondern auch die eigene Beurteilung der Stresssituation spielt eine große Rolle bezüglich der Stressempfindung pflegender Angehöriger.

Psychische und physische Belastungen (S. 13-14)

-Vor allem psychische und physische Beschwerden treten gehäuft auf. Pflegende Angehörige zeigen sowohl überdurchschnittliche Depressivitätswerte, als auch eine Menge an körperlichen Beschwerden. - „Ein großer Teil der Belastungen für pflegende Angehörige resultiert aus dem mangelnden Verständnis für die krankheitsbedingten emotionalen und kognitiven Veränderungen des Erkrankten“ -Bei dauerhaften Pflegearrangements ist mit Zunahme Morbidität seitens des Pflegebedürftigen zu rechnen. Dies wirkt sich wiederum negativ auf die Pflegeperson auf, da erhöhte Morbidität, größere Involvierung des Pflegenden bedeutet. Nicht nur die Teilnahme des Bedürftigen an den Aktivitäten des täglichen Lebens wird immer geringer, die Abnahme kognitiver Fähigkeiten erschwert zu dem Absprachen und Aushandlungen bezüglich des Pflegearrangements.

Konflikt- und Krisensituationen (S.16)

Konflikt- Krisensituationen treten gehäuft in häuslichen Pflegearrangements auf. Neben den familiären Konflikten gibt es eine Vielzahl anderer Spannungen, die sich nicht nur zwischen Bedürftigen und pflegendem Angehörigen entwickeln, sondern auch auf der Mikroebene anzutreffen sind. Psychische und physische Überbelastung oder andere prekäre Angelegenheiten, wie beispielsweise die Heimeinweisung, begünstigen die Herausbildung persönlicher Krisen des pflegenden Angehörigen

Zusammenhang zwischen Pflegemotiven und Belastungsempfindungen (S. 75-77)

Unabhängig vom Motiv der Pflegeübernahme, ist das Belastungsempfinden bei Ehepartnern geringer, als der pflegenden Kinder. Motive bei Angehörigen die ihre Eltern pflegen liegen vor allem im (im)materiellen Austausch oder lassen sich als intrinsische/moralische Motive zusammenfassen. Im Vergleich zu pflegenden Ehepartnern, deren Pflegemotiv vorrangig die bestehende innige Beziehung ist, lässt sich in der Gruppe der pflegenden Kinder ein deutlich erhöhtes Belastungsniveau im häuslichen Pflegearrangement feststellen. -Belastungen und Stress der Pflegesituation als dynamischer Prozess. (wirkt aufeinander ein) - Problem der Kinder besteht hauptsächlich darin, ihre bestehenden Strukturen, Familie, Beruf und Freizeit, an die neue Verpflichtung der Pflegeübernahme anzupassen. Wohingegen bei pflegenden Ehepartnern eine förderliche Struktur, wie zum Beispiel eine gemeinsame Wohnung, zur Übernahme der Pflege besteht.

Belastungsverarbeitung bei pflegenden Angehörigen von Demenzkranken. Eine Tagebuchstudie

Das transaktionale Modell (S. 15-18) Das transaktionale Stressmodell nach Lazarus lässt sich hilfreich auf die Bewertung von Komplexität und Dynamik von Pflegesituationen anwenden und liefert zu dem ein multidimensionales Prozessmodell der Belastungsverarbeitung. Im Zentrum der Betrachtung stehen bei Lazarus die Einschätzungs- und Bewertungsprozesse der erlebten Stresssituationen. Den Bewältigungsprozess psychischer Belastung stellt er dabei als wechselseitigen und dynamischen Prozess der Situationsbewertung und Bewertung der persönlich verfügbaren Ressourcen zur Bewältigung dar. Dabei entwickeln sich im Verlauf der Problemkonfrontationen, ergo des bestehenden Pflegearrangements, die eben erwähnten Bewertungen. In der ersten primären Einschätzungen erfolgt eine Bewertung der Lage in positiv, irrelevant oder belastend. Folglich wird hier die subjektive Relevanz der vorherrschenden Situation geprüft. Sekundäre Einschätzungen beurteilen eigene vorhandene Bewältigungsressourcen. Hiermit sind vor allem soziale Unterstützung, körperliche Gesundheit und die eigenen Fähigkeiten gemeint. Zu späteren Zeitpunkten kommt es zu Neueinschätzungen, die erneute Bewertungsprozesse verkörpern. Sie treten gehäuft in Folge von Veränderungen der gegeben Problemlage auf. In weiteren Untersuchungen, wendete Pearlin das transaktionale Modell auf Pflegesituationen an und entwickelte so das „Prozessmodell der Pflegebelastung“. Dieses setzt sich aus den Bestandteilen des Kontextes der Stresssituation, primären und sekundären Stressoren, sowie Mediatoren des Stressgeschehens und Auswirkungen der Belastungen zusammen. Als primäre Stressoren betrachtete er innerhalb seines Prozessmodells sowohl die objektiven, als auch subjektiven Belastungen. - Pflege als starke Beeinträchtigung des Lebenskontextes und der sozialen Strukturen kann gehäuft Depressionen entstehen lassen. - subjektive Bewertung der Pflegesituation kann sich jedoch auch positiv auf das persönliche Befinden auswirken. (Kompetenzerleben) „Zusammenfassend ist hervorzuheben, dass insbesondere die Bewertungen der Pflegesituation und das Bewältigungsverhalten den Moderator zwischen objektiver Pflegebelastung und den Auswirkungen auf das Wohlbefinden bilden“

Altenpflege in der Familie - Familie als größter Pflegedienst (S.41) „Noch nie in der Geschichte hat die jüngere Generation für so viele ältere Menschen Sorge getragen“. Familien erbringen im Zuge des demographischen Wandels und im Zuge sich wandelnder wirtschaftlicher, sowie gesellschaftlicher Strukturen ein immens größeres Maß an Unterstützungsleistungen für die ältere Bevölkerung wie noch vor einigen Jahrzehnten.

Belastungsprobleme der pflegenden Angehörigen S. 65 -Belastung als multidimensionales Konstrukt -kognitiver Abbau der Pflegebedürftigen führt oft zu schwereren Belastungen als rein physische Einschränkungen. -Belastungen bei Bettlägerigkeit nimmt trotz erhöhter Pflegebedürftigkeit für die Angehörigen wieder ab.

Objektive Belastungen (S.67): Objektive Belastungen resultieren aus der Pflege. Sie lassen sich beispielsweise erfassen durch den Umfang der Pflege, den Grad der Betreuungsbedürftigkeit des Angehörigen, sowie die Rollen und Aufgaben der pflegenden Person innerhalb und außerhalb des häuslichen Pflegearrangements.

psychische Belastungen (S.67 ff): Die psychischen Belastungen konstituieren aus einer Vielzahl von Gründen. Häufig auftretende Kommunikationsschwierigkeiten und die Abnahme kognitiver Fähigkeiten stehen hier im Vordergrund. Pflegende Angehörige beschrieben zu dem eine Unausweichlichkeit und Aussichtslosigkeit der Pflegesituation. Nicht nur, dass in häuslichen Pflegearrangements, bei denen beide Parteien in einem Gebäude wohnen, sich nur wenige Rückzugsmöglichkeiten des Angehörigen bieten (Unausweichlichkeit), auch das Gefühl, dass Hilfe und Unterstützung zu keiner nachhaltigen Verbesserung der Konstitution des Pflegebedürftigen führen, begünstigen die Ausprägung der häufigsten psychischen Belastungen, der Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und Depressionen. Pflegende Ehepartner belastet darüber hinaus die Frage, wie lange sie noch in der Lage sein werden Unterstützungs- und Pflegeleistungen auszuführen.

Rollenwechsel (S.68ff): Aus der Übernahme der Pflege von Angehörigen, sei es der Eltern oder des Ehepartners, resultieren unweigerlich Veränderungen der Rollen, Erwartungen und Verantwortlichkeiten. Belastend ist hierbei vor allem die Herausforderung mit den neuen Verantwortlichkeiten umzugehen und diese mit den anderen Bedürfnissen des Pflegebedürftigen, der Familie und der eigenen Person in Einklang zu bringen. Besonders schwerwiegende Veränderungen lassen sich bezüglich der Pflegeübernahme von Demenzerkrankten feststellen. Der drastische Abbau kognitiver Fähigkeiten verändert den Hilfebedürftigen meist soweit, dass die frühere „Person“ meist nicht mehr zu erkennen ist.

Schuldgefühle (S.69 ff): „Pflegende Angehörige fühlen sich häufig schuldig“. Schuldig für die Umgangsweise mit dem Angehörigen, schuldig, dass sie sich mit der Pflegeübernahme so schwer getan haben oder schuldig dafür, dass sie daran dachten den Angehörigen in ein Pflegeheim zu übermitteln. Schuldgefühle werden im wissenschaftlichen Kontext auch in einen Zusammenhang zur Verleugnung des körperlichen und geistigen Verfalls des Pflegebedürftigen gesehen. „So lange man sich schuldig fühlt, d.h. glaubt, die Dinge würden sich wesentlich ändern, wenn man sich nicht mehr schuldhaft verhalten würde so lange hält man auch die Illusion aufrecht, am Zustand des alten Menschen könne sich noch Wesentliches verbessern“. Eine objektivere Betrachtungsweise der Gesamtsituation hingegen, würde Schuldgefühle mindern oder sie gar nicht erst entstehen lassen, da man sich weniger verantwortlich für die gegeben Konstitution des zu pflegenden Angehörigen fühlen muss.

Depression und Ärger (S.70) : Eine deutliche Differenzierung zwischen Depression und Ärger erweist sich aufgrund von großen Interdependenzen als sehr schwierig. Besonders die Unmutsbekundungen des gepflegten Angehörigen, über seinen sich kontinuierlich verschlimmernden physischen und psychischen Gesundheitszustand wirkt sich negativ auf das psychische Befinden des Pflegenden aus. Die daraus resultierende depressive und gereizte Stimmungslage der Pflegeperson führt darüber hinaus oft zu Müdigkeit dieser und beeinflusst wechselseitig sowohl depressive Stimmungen als auch die erbrachte Pflegequalität. Ärger wird in besonderer Weise im Umgang mit Demenzkranken festgestellt, „wenn manche Demenzkranke Verhaltensweisen entwickeln, die extrem irritierend sind und mit denen man nicht glaubt, längere Zeit leben zu können“

Hoffnungslosigkeit und Angst (S. 71ff): Stetige Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Pflegebedürftigen führt häufig zum Empfinden von Hoffnungslosigkeit und Angst. Das Miterleben, wie es einem geliebten Angehörigen immer schlechter geht und das Wissen, dass diese Leiden nicht gelindert werden kann, stellt hier den Nährboden für starke psychische Belastungen dar. Der Verlust der Hoffnung stellt zu dem eines der bedeutsamsten Symptome für chronische Belastungen dar. Mit Einzug der Hoffnungslosigkeit in den Pflegealltag verliert der pflegende Angehörige den Mut zum Blick in die Zukunft. Das Gefühl, sowieso keine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Pflegebedürftigen hervorrufen zu können, lässt den pflegenden Angehörigen sich oft nur noch als Reagierenden wahrnehmen, anstatt zu Versuchen, die gegeben Situation nach seinen Vorstellungen zu gestalten, beziehungsweise zu verändern. Viele Angehörige bekunden darüber hinaus eine große Angst vor der Inkontinenz. Sie befürchten eine beträchtliche Erhöhung der Pflegeaufgaben, die schließlich in einer Abgabe der Pflege münden könnte. Angst steht folglich sehr häufig im Zusammenhang mit der Befürchtung, die gegebenen Pflegeaufgaben zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr wahrnehmen zu können und symbolisiert so, sowohl Fürsorge, als auch eine Art von Pflichtgefühl seitens der pflegenden Angehörigen.

Geistige Veränderungen des Pflegebedürftigen (S.72) Wie wir bereits gesehen haben, weisen besonders jene Pflegepersonen große Belastungen auf, deren Angehörigen unter starken kognitiven Einschränkungen leiden. Kognitiver Leistungsabbau erfordert ein großes Einfühlungsvermögen auf Seiten der Pflegenden. -ständig hin- und hergerissen zwischen Empörung und nachsichtigem Mitleid -Problem wenn Pflegebedürftiger weder weiß wer er ist, noch seine Kinder erkennt

Emotionale Spannungen (S.73) Die Pflege stellt den Pfleger vor allem dann vor große Probleme, wenn die persönliche Beziehung immer schwieriger wird oder das Verhältnis nur von geringer Zuneigung geprägt ist. Dies tritt in der Regel bei pflegenden Schwiegerkindern auf, da diese im Vergleich zu den leiblichen Kindern, eine deutlich geringere emotionale Bindung zum hilfebürftigen alten Menschen aufbauen. Weitere Aspekte, welche die Zuneigung vermindern, sind beispielsweise Inkontinenz oder die bereits erläuterten geistigen Veränderungen des Pflegebedürftigen. Insbesondere wird das Verhältnis zwischen Pfleger und Pflegebedürftigen negativ belastet, falls die Beziehung bereits vor Übernahme der Pflegerolle konfliktreich und belastend war. Das hohe Maß an daraus resultierenden psychischen Belastungen kann darüber hinaus die Auftretenswahrscheinlichkeit von Aggressionen erhöhen. „Der emotionale Druck, der aus der ungeheuren Enge einer Pflegebeziehung resultiert, kann sich schon schnell mal in Aggressionen gegen den alten Menschen entladen und in Extremfällen auch zu Gewalthandlungen eskalieren.“


Physische Belastungen (S.73ff): Neben den psychischen Belastungen leiden pflegende Angehörige häufig auch unter körperlichen Beschwerden. Langandauernde Pflegehandlungen, welche zusätzlich noch durch komplexe emotionale Verbindungen belastet werden, können die Gesundheit in erheblichen Maße beeinträchtigen. Vielmals auftretende Beschwerden sind neben Erschöpfungszuständen, aufgrund unterbrochener Nachtruhen, vor allem psychosomatische Erkrankungen und Rückenleiden, hervorgerufen durch die stetige Beanspruchung während der erbrachten Pflegeleistungen. Rückenschmerzen lassen sich teilweise auch auf seelische Belastungen zurückführen und stellen so einen wichtigen Indikator für eine Überbelastung der Pflegeperson dar. Psychische und physische Belastung müssen schlussfolgernd in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis gesehen werden. „Folge von Depression und Müdigkeit ist of Krankheit, da entmutigte und ermüdete Menschen häufiger krank sind als andere, und Menschen, die sich nicht wohlfühlen, werden noch müder und entmutigter.“

Zeitliche Belastungen: (S. 75ff) -Pflegeverhältnis nicht vorhersehbar  nicht planbar -durchschnittliche Pflegebedürftigkeit 6 Jahre -Pflege als Full-Time-Job ; Beanspruchung von mehr als 9 Stunden durchaus normal -Pflege bestimmt Tagesablauf und Zeiteinteilung des pflegenden Angehörigen  Verlust der Selbstbestimmung -Pflegebedürftige müssen zwar nicht den ganzen Tag gepflegt werden, können aber auch nicht alleine gelassen werden  Angehörige ans Haus gebunden; kein frei wählbarer Tagesablauf -Verlust an Freizeit: -Angehörige äußern bezüglich der zeitlichen Belastung folgende Probleme: Freizeitverlust, ständige Präsenz, kein Urlaub, kein freies Wochenende, zuwenig Zeit für Familie

Materielle Belastungen: (S.76ff) -„verborgene Kosten“ durch Versorgung eines Angehörigen (besondere Nahrungsmittel, Medikamente, Sicherheitsmaßnahmen, Transport, Arbeitsausfall)  finanzieller Spielraum oft durch Pflege eingeschränkt. -ungenügende finanzielle Mittel als Zwang zur Pflege -Geld für Freizeit und somit zur Entlastung fehlt

Seiten in der Kategorie „Theoretische grundlagen“

Diese Kategorie enthält folgende Seite:

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.