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Pädagogisches Konzept (EPS)

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zur European Project School EPS

Warum eine neue Schule?

An den sogenannten Regelschulen wird den Schülern und Schülerinnen viel Wissen aufgezwungen, womit sie im späteren Leben oft nichts mehr anfangen können. Das oft vorgebrachte Argument, dass die jungen Menschen ein breites Allgemeinwissen erhalten sollen, damit sie auch ihre Interessen und Vorlieben, ihre Perspektiven und Fähigkeiten ausschöpfen können, ist deswegen nicht haltbar, weil allein kognitiv an Wissen herangetreten wird, was die Schüler und Schüler sich (wenn es nicht ihrem Interessensgebiet entspricht) nur aneignen, damit die Note entsprechend gut oder mittelmäßig ausfällt. Viele Lehrkräfte beklagen gerade dieses nach den Noten schielen ihrer Schützlinge, weil sie sie wirklich erreichen wollen. Den jungen Menschen ein möglichst weites Spektrum an Interessen, Fähigkeiten, Vorlieben und Perspektiven aufzuzeigen ist allerdings Ziel dieses Schulkonzeptes, dabei baut es nicht allein auf das vermitteln von Wissen und auf die sprachliche Auseinandersetzung mit einem Thema, sondern auf die Idee der eigenen Erfahrung. Erwachsenenbildung und Schulbildung unterscheiden sich vor allem durch zwei wesentliche Komponente: 1. Als Erwachsener werde ich mit Respekt behandelt, niemand beleidigt mich, nimmt mein Desinteresse persönlich oder erniedrigt mich wegen meines äußeren Erscheinungsbildes; 2. Ich suche mir meine Lerngebiete selbst aus und wähle den Ort und den Lehrer selbstbestimmt aus, dabei berücksichtige ich auch, dass die Lehrkraft im günstigsten Fall auch praktisch arbeiten kann (wobei wir als Erwachsene durch die Schule auch gelernt haben, den theoretischen Angang zu akzeptieren und nicht zu hinterfragen).

In Schulen wird nach Unterrichtsfächern sortiert gelernt, an Gesamtschulen werden bestimmte Fächer zu Bereichen verknüpft, so setzt sich das Fach "Natur" aus Biologie, Chemie und Physik zusammen, wie sich auch "Gesellschaftslehre" in die Fächer Erdkunde, Geschichte und Politik aufteilen ließe. Durch die Trennung in einzelne Fächer haben die Schüler und Schülerinnen ständig neu zu überlegen, wie sie den gelernten Stoff im Kopf zu sortieren haben. Eine sinnvolle Verknüpfung (schon allein durch den Verlust der eigenen Erfahrung) findet nicht statt, alles steht für sich, was sich an Schüleräußerungen zeigt: "Wieso machen wir in Deutsch die gleiche Analyse wie in Geschichte?" An manchen Schulen haben die jungen Menschen bis zu sechs verschiedene Lehrkräfte und Unterrichtsfächer; jedes Mal stellen sie sich auf die Lehrkraft und auf seine Lehrmethoden ebenso ein wie auf das jeweilige Fach; wobei sie angehalten werden, möglichst still zu sein, damit sie passiv aufnehmen, was der Lehrer oder die Lehrerin doziert. Dieses Schulsystem geht an der Realität des Alltags und an der Berufswirklichkeit vorbei, dieses Schulsystem honoriert, was Eltern zusätzlich durch Sportvereine, Nachhilfe und kulturellen Fütterungen dem Kind zuführen, weil es selbst nur Wissen vermittelt und Anforderungen weitergibt, die noch ferner des Schulbetriebs beschlossen werden.

Aber was benötigt die Gesellschaft? Was ist relevant? In der Wirtschaft wird seit den späten 70er Jahren darauf verwiesen, dass die Schulabgänger nicht teamfähig sind, in den letzten Jahren wurde immer wieder laut, dass die jungen Menschen zu wenig "brauchbares" in der Schule lernen, weswegen sie wirtschaftlich kaum zu tragen sein. In den Universitäten moniert man die Unselbständigkeit der Abiturienten, weswegen das Lehrangebot immer schulischer dargeboten und vorbereitet wird, in sogenannten Modulen, damit die Studenten ein Studium abschließen können. In der Regel brauchen die jungen Menschen nach Abgang der Schule ca. 10 Jahre, bis sie gelernt haben, worin ihre Stärken und Schwächen beruflich bestehen (was auch nur für die kognitiv weiterentwickelten Menschen gilt). Die Schüler und Schülerinnen nach dem Abitur sind häufig ohne Orientierung, weswegen sie dann "mal irgendwas" anfangen, womit sich Geld verdienen lässt. Die Gymnasien mit ihrem späten (in Jahrgang 11 oder 12) ersten Praktikum verändert sich zurzeit, denn manche Gymnasien bieten inzwischen für die Berufsvorbereitung zwei Praktika an, eines in der Mittelstufe (8. oder 9. Klasse) und eines in der Oberstufe. Doch in dem kleinen Zeitfenster von zwei Wochen kann ein junger Mensch nur beeindruckt die Erfahrung machen, dass das Berufsleben ganz anders ist, als er gedacht hat.

Die Frage, die sich aufdrängt: Was sollen junge Menschen gelernt haben, wenn sie von der Schule abgehen? Rechnen, schreiben und lesen. Darüber dürfte jeder Zweifel erhaben sein. Allerdings sind die wenigsten Menschen, die von der Hauptschule abgehen, in der Lage, den klassischen Dreisatz (den mein Sohn vor der Schule bereits angewandt hatte, weil es in der Natur der Sache liegt, den Dreisatz zu können; ähnlich wie die Muttersprache richtig zu können)einzusetzen oder im Kopf nachzurechnen, wie viel Geld sie beim Einkauf ausgegeben haben. Wenn die Jugendlichen die Schule verlassen, dann sollten sie in der Lage sein, selbständig für sich sorgen zu können: arbeiten, einkaufen, Ordnung halten, mit dem Rechtssystem auskommen und in der Freizeit einen zufriedenen Ausgleich zur Arbeit finden können.

In den skandinavischen Ländern hat man in den 70er Jahren eingesehen, dass man keine Ressoursen zu bieten hätte, die für das Ausland interessant wären. Deswegen hat man sich auf das besonnen, was man zu bieten hatte: die Kinder. Alle Parteien sind in diesem Punkt einer Meinung: Die Kinder müssen unabhängig von sozialer Herkunft gefördert werden, flächendeckend, damit es eine breite Elite gibt. Das ist das Ziel, möglichst viele junge hochqualifizierte Menschen, keine Elitenspitze, kein Aussortieren, bevor sich das Kind nach seinen eigenen Schritten entwickeln konnte.

Jedes Kind startet mit den gleichen kognitiven, sensitiven und emotionalen Spektrum ins Leben. Und wer Kinder beobachten durfte, die an ihrem eigenen Lerntempo nicht beschnitten wurden, die in der Lage waren, aus Fehlern zu lernen, die fallen und aufstehen durften; wer sehen konnte, wie neugierig und klug sich diese Kinder in ihrem Umfeld bewegen, wie selbstbewusst sie sind und wie erfinderisch, der kann nicht wollen, dass dieser große Spielraum auf den Kopf also das kognitive Lernen reduziert wird. Diese Menschen sind die Erfinder, die Denker und die Politiker von morgen, nicht jene, die abgestumpft sind.

Wir wollen, dass die Menschen lernen friedlicher, miteinander umzugehen, dass setzt voraus, dass sie bereit sind zu lernen. Aber so, wie ein militärisch geführter Theaterkurs dazu führt, dass ein Schüler oder eine Schülerin nie wieder zum Theater zurückkehren wird, so wird auch ein Erwachsener sich sehr schwer tun, gewaltfreie KOmmunikation als Modell von einem Lehrer abzunehmen, wenn er Lehrer als aggressive Machtmenschen in Erinnerung hat.

Es gibt zahlreiche alternative Schulen, die alle sehr gute Ergebnisse vorweisen können, jede ist für sich anders. Aber es sind immer noch zu wenige. Noch müssen zu viele junge Menschen durch die "Formpresse".

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