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Dieser Artikel ist aus der Wikipedia kopiert. zu finden ist er unter dem selben Lemma.


Das 1601 durch Graf Wolfgang Ernst (1560–1633) als Lateinschule begründete heutige Wolfgang-Ernst-Gymnasium in Büdingen ist eines der ältesten deutschen Gymnasien. Das Wolfgang-Ernst Gymnasium wird von etwa 1400 Schülern besucht, die von 100 Lehrern unterrichtet werden. Das jetzige Hauptgebäude der Schule wurde 1989 erbaut.

Geschichte

Die Anfänge

Hinweise auf eine Schule in Büdingen finden sich erstmals im Jahr 1416. Eine Rechnung belegt, dass der Schulmeister zehn Gulden und zehn Heller für eine Dienstreise nach Mainz erhalten habe. 1475 stiftet der Büdinger Bürger Heinrich Sunder einen Altar in der Marienkapelle und gewährt dem Schulmeister ein Legat, wofür er mit seinen Schülern die Messe zu singen hatte.

Der bekannte Theologe, Reformator und Fabeldichter Erasmus Albertus lehrte 1520 in Büdingen. Eine überlieferte Äußerung zeigt seine pädagogische Richtung: „Da ich ein Schulmeister war, stäupte ich die Kinder, so ich auf Lügen fand, viel eher und mehr, denn die ihre Lektion nicht konnten.“ Seine weiteren Schriften zeigen, dass die schulische Ausbildung nicht nur religiöses Wissen vermittelte, sondern auch klassische Bildung.

Thudichum, Schädel, Dingeldein und Decker[1] sehen die Unterrichtsräume der Lateinschule bis 1602 in der „Neue Schule“ zwischen Kirche und Turm, die an Stelle des abgebrochenen St. Annenchores eingebaut wurde. Peter Nieß und Karl Dielmann ordnen die Schule den eigens für diesen Zweck auf der gotischen Schloßkapelle aufgestockten Räumen, die heute noch den Namen "Hohe Schule" tragen, zu. An Stelle des zweiten Joches des älteren Liebfrauenkapelle über dem Marienchores wurde im Jahr 1602 auf der Südseite das „Neue Consistorium“, auch „Presbyterium“ genannt, erbaut. In diesen Räumen blieb die Lateinschule bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Wenn auch die Schule seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts der Vorbereitung auf den Besuch der Universität diente, trug sie in Büdingen bis dahin einfach den Namen „die Schule“ oder gelegentlich „Landesprovinzalschule“. Erstmalig 1600 taucht die Bezeichnung „Gymnasium“ auf, als der Gelehrte Melchior Colerus in einer Gedenkschrift an den Grafen Wolfgang-Ernst darum bittet, das ehrwürdige Gymnasium dieser Stadt möge in seiner früheren Blüte und Würde bestehen bleiben: „generosum huius Urbis Gymnasium in pristino flore et dignatate permansurum“.

Gymnasium

Am 3. Juni 1601 stiftete Graf Wolfgang Ernst als Neubegründung der „alten hohen Schule“ Büdingens eine Lateinschule, aus der das Wolfgang-Ernst-Gymnasium hervorging. Wolfgang Ernst hatte schon früher Studierende des reformierten Glaubens in Herborn durch Stipendien unterstützt. Die Lateinschule wurde aus Renten und Gefällen der einstigen Klöster finanziert, um „gute Schule darinnen die Jugend, bis so lang sie an andern Orten Mit Nutzen progredieren und publica testimonia doctrinae et eruditionis erlangen könne (… mit Nutzen vorwärts kommen und öffentliche Beweis ihrer Kenntnisse erlangen können...), mit Fleiß unterwiesen und gelehrt werde“. Die Zahl der Lehrer sollte mindestens vier betragen. 1608 besuchten schon insgesamt 155 Schüler, darunter auch viele Auswärtige, die Schule. Für diese fremden Schüler bestand entsprechend der Stiftungsurkunde eine „Communität“, „darinnen ein jeder nicht mehr als 30 Gulden Kostgeld erstattete“.

Als Folge des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648), der Hexenverfolgung (1532–1699) und der Pest (1635) sank die Einwohnerzahl Büdingens auf etwa tausend Menschen. Durch die Ereignisse blieben auch die für die Schule vorgesehenen Einnahmen aus. Die Zahl der Lehrer ging wegen Geldmangels bis auf zwei zurück, die zudem nicht mehr bezahlt werden konnten. So ging auch die Zahl der Schüler zurück. 1662 waren es nur 70 Schüler; zeitweilig mussten Klassen aufgelöst werden.

Erst mit Beginn des 18. Jahrhunderts sollte die zur „Stadtschule“ geschwundenen „Landes- und Provinzialschule“ wieder an Bedeutung gewinnen. Mit seinem Toleranzedikt im Jahr 1712 zog Graf Ernst Casimir I. Glaubensflüchtlinge aus aller Herren Länder an, wie Hugenotten, Waldenser, Inspirierte und andere Separatisten. In der Folge entstand bis 1724 vor dem Untertor (Jerusalemer Tor) die Vorstadt. Mit der Übernahme der Schulleitung 1730 durch den schriftstellerisch tätigen und gelehrte Rector Scholae Professor Isaac Pels aus Hanau entstanden bessere Lernbedingungen. Pels ging während seiner Amtszeit mit allen Mitteln - auch mit „derben Schlägen“ gegen die „böse, verdorbene, fast inkorrigibele Jugend“ vor, die, statt in die Kirche zu gehen, in „gottloser Freiheit lieber dem Krebsefangen nachläuft“. Unter ihm wuchs die Zahl der Klassen und auch auswärtige Schüler kamen zur Schule nach Büdingen. Die Lehr- und Strafmethoden Pels blieben aber nicht unumstritten.

In den ersten Jahren nach 1800 versuchte Rektor Hadermann, das Unterrichtsverfahren zu modernisieren. Aber auch das konnte einen erneuten Niedergang der Schule nicht bremsen, der mit der vorübergenden Entmachtung des Hauses Ysenburg-Büdingen einherging. So wurde 1806 die Grafschaft Ysenburg-Büdingen in das Fürstentum Isenburg-Birstein einverleibt. 1816 fiel die Grafschaft in das Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Durch den eingetretenen Ansehensverlust und Mißstände im Schulleben, forderte schließlich Regierungsrat Hedebrand, man möge das Gymnasium nach und nach in eine Bürgerschule umwandeln. Die Schule könne ohnehin nicht ihrem Zwecke für künftig Studierende entsprechen. Der Plan scheiterte dennoch am Engagement von Männern wie Pfarrer Keller und Rektor Hadermann, so dass die alte „hohe Schule“ blieb. Pfarrer Keller war Kirchenrat, Inspektor der Schule und Landtagsdeputierter in einer Person. Jahrelang betrieb er systematisch die politische Vorarbeit für die Erneuerung der „Provinzialschule“ als „Landesgymnasium“ durch Großherzoglich-Hessisches Dekret vom 27. Februar 1822. Wichtig dafür war auch die Vereinigung der Reformierten und Lutheraner 1817 zu einer evangelischen Gemeinde, so dass die Ersparnisse aus den nunmehr überflüssigen Pfarrstellen der Schule zu Gute kommen konnten.

Schulumzüge

Am 1. Mai 1822 wurde die Schule auf Initiative des Grafen Ernst Casimir in ein Landesgymnasium umgewandelt. 1829 zog das Gymnasium in die bisherige nun für schulische Zwecke umgebaute lutherische Kirche in der Schlossgasse. 1879 bezog das Gymnasium ein neues Gebäude in der Gymnasiumstraße. Die Schule wurde um mehrere Gebäude erweitert. Zwei Pavillions am Standort des heutigen Büdinger Amtsgerichts in der Stiegelwiese sowie Unterrichtsräume in anderen Schulen waren erforderlich, um den steigenden Schülerzahlen zu genügen. Hunderte von Schülern der Mittel- und Oberstufe, sogenannte Wanderklassen, durcheilten Büdingen, um ihre Kilometer voneinander entfernten Schulräume zu erreichen. 1989 konnte die Schule nach jahrelangem massivem Druck der Eltern einen ausreichend großen Neubau am südöstlichen Rand Büdingens beziehen.

Bekannte Lehrkräfte

Bekannte Schüler

Literatur/Quellen

  • Georg Thudichum: Beitrag zur Geschichte des Schulwesens, 1832
  • Bernhard Schädel: Kurze Geschichte des Gymnasiums zu Büdingen, Büdingen 1901, z. B. S. 35
  • Otto Dingeldein: Zur Geschichte des Büdinger Gymnasiums, Aufsatz, 1926
  • Hans-Velten Heuson: Büdingen - Gestern und Heute: Arbeiten zur Geschichte der Stadt und ihres Umfeldes (1300–1945). Aufsatzsammlung von Hans-Velten Heuson. Zum 75. Geburtstag des Autors gesammelt und herausgegeben von Volkmar Stein, Büdingen 2004, 293 Seiten, A4.
  • Willi Luh: Zur Geschichte der Wolfgang-Ernst-Schule (Gymnasium) in Büdingen“ in „Kreis Büdingen - Wesen und Werden, 1956
  • Willi Luh: Die Wolfgang-Ernst-Schule - von den Anfängen bis 1976, Festschrift zur 375-Jahr-Feier, 1976
  1. Dr. Klaus-Peter Decker, Die Aufstockung der Büdinger Schloßkapelle und die Heirat des Grafen Wolfgang zu Ysenburg-Büdingen im Jahre 1561, Büdinger Geschichtsblätter, Band XVIII, 2005

Weblinks

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Wolfgang-Ernst-Gymnasium“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 3. Januar 2007 (Permanentlink) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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